Dreieckland StromReport (akt. 10.02.2004 ) Pressebüro © Marc Gusewski   Postfach 139   Dorfgasse 10   4435 Niederdorf / BL  Switzerland   Kontakt per: Email 


Inhalt

Januar 04: Rätia baut in Süd-Italien Windkraftanlagen weiter

Juni 02: Bank Sarasin setzt auf  Solarstrom weiter

Juni 01: Bernische Kraftwerke lancieren Ökostrom weiter

 

Schweizer bauen in Italien Windkraft

Januar 04. Ein Bündner Stromunternehmen baut in Italien einen Windenergiepark, der in einem zweiten und dritten Schritt Ökostrom in die Schweiz abgeben könnte. Stünde sich die Strombranche nicht selbst im Weg, wäre eine raschere Ökologisierung der Energieerzeugung ein realistisches Ziel.

Basel. Erstmals baut ein Schweizer Unternehmen neben traditionellen Gas- und Wasserkraftanlagen auch einen grösseren Öko-Elektroenergiepark im Ausland: Die Bündner Rätia Energie AG errichtet derzeit für rund zehn Megawatt Leistung Windenergieanlagen in der Region Basilicata am Golf von Tarent (Süd-Italien, bestätigt Rätia-Geschäftsleitungsmitglied Giovanni Jochum der BaZ. Die durchschnittlichen Investitionskosten für vergleichbare Anlagenparks betragen je nach dem zwischen umgerechnet 14 bis 16 Millionen Franken. Die Anlagen sollen im ersten Quartal im 2004 in Betrieb gehen und vorab den Grünstrombedürfnissen der Italiener dienen. Bei einem zweiten oder dritten Ausbauschritt mag Jochum nicht ausschliessen, dass auch Kundschaft in der Schweiz in den Genuss der Basilikata-Kilowattstunden kommen könnte. Daneben ist die Rätia Energie AG auch im traditionellen Stromgeschäft aktiv. In der Schweiz und in Deutschland bemüht sich das Unternehmen um eine führende Rolle als Öko-Stromversorgerin und vermarktet für hiesige Verhältnisse erfolgreich ihre „Brands“ „Pure Power Graubünden“ und „Pure Power St. Moritz“. Sie liegt im Wettbewerb mit der BKW Energie AG, Bern, die, wie die Stadtwerke, auch eine führende Rolle als Ökostromerin anpeilt.

Staaten erlassen Öko-Quoten

Die Massnahme der Rätia ist allerdings nicht ganz freiwillig: Die Ökologisierung der Elektrizitätserzeugung ist am Stiefel bisher auf kleiner Flamme verfolgt worden. Offiziell wird Grünstrom seit zehn Jahren gefördert. Seit letztem Jahr aber müssen die Stromversorger neu zwei Prozent ihrer verteilten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen decken. Ein Regimewechsel der Teil der EU-Versorgungspolitik ist. Im windkraftgünstigen Italien, wo erst etwa 1200 Megawatt (MW) dieser Erzeugungsklasse installiert sind, wird ein kleiner Boom erwartet.

Zertifikate und zermürbendes Rechnen

Der Verkauf italienischen Windstroms in der Schweiz, wie ihn die Rätia andenkt, könnte über Ökozertifikate geschehen. Mit solchen Zertifikaten könnten europaweit ökologische Stromqualitäten aus erneuerbaren Quellen gehandelt werden. Zum Beispiel, damit die Verteiler - wie in Italien - ihre Umweltquoten erfüllen. Damit würden andererseits die Anbieter in einen Wettbewerb eintreten, von dem man sich in der Theorie eine schnellere, günstigere Energiewende hin zur erneuerbaren Basis verspricht (weg von importierten, klimaschädlichen oder technisch riskanten Energiequellen). Wie der europaweiter Zertifikatehandel aussehen könnte, darüber herrscht aber grosse Unsicherheit.

Transparenz das A und O der Öko-Kilowatts

„Zuerst muss Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Daten gewährleistet sein“, fordert Eric Nussbaumer, Geschäftsführer der Adev Energiegenossenschaft in Liestal. Die Konzern-unabhängige älteste Ökostromerin der Schweiz finanzierte testweise vor drei Jahren im nahen Schwarzwald eine Windenergieanlage. Im Gegensatz zu „physischen“ Ökostromverkäufern wie dem der Adev, wo das Wasserwerk „um die Ecke“ dem Verbraucher die bestellte, grüne Energie liefert, beruht der Zertifikatehandel auf einer praktisch europaweiten Energiebuchhaltung. Hier müsste felsenfest nachforschbar sein, dass eine bestimmte Windkraftkilowattstunde aus Italien auch nur einmal als Ökostromqualität verkauft wird. Diese Nachvollziehbarkeit ist heute erst versprochen.

„Die Leute halten sich zurück“, stellt Johannes Schimmel von der Swisspower AG fest, einer Vertriebsgesellschaft der Stadtwerke, darunter Basel. So ist es ein offenes Geheimnis, dass die vergleichbare Ökostromaktion von Coop, die von der Rätia beliefert wird, alles andere als ein durchschlagender Absatzerfolg ist. Dagegen hat vor einem Monat das Stadtwerk von Schaffhausen mit beachtlichem Anklang eine Ökostrommarke lanciert („Clean Solution“). Bernd Kiefer vom Ökostrom-Beraterbüro Kiefer & Partner, Zürich, sagt: „Viel hängt von der Kraft ab, die in Vermittlung und Transparenz des Angebots investiert wird.“ Aber gerade in diesem Punkt herrscht heilloses Durcheinander: Weil derzeit jedes Werk und Werklein, bald 450 in der Schweiz, auf eigene Art und Weise, sprich billig, ihre Biokilowattstunden unters Volk zu bringen versuchen. Dabei weichen die meisten, abgesehen vom Schweizer Qualitätskriterium „Naturemade“, bei Standards und Konzepte massiv voneinander ab. Am unkooperativsten verhält sich hier ausgerechnet der staatliche Stromkoloss Axpo und die Axpo-Besitzerinnen, die Kantone. Manche Werke vergolden gar Altanlagen mit teuren Ökostromangeboten, oder stehen im Verdacht, diesen zweimal abzusetzen, zum Beispiel, einmal als Solarstrom, das andere Mal als Quotenerfüller fürs Naturemade-Garantiesystem. Eric Nussbaumer sagt: „Solange die Systeme so wenig nachvollziehbar sind, wird sich die Begeisterung für grossflächigen Ökostrom in Grenzen halten.“


 

 

Ö k o s t r o m natürlich 

Juli 01: Auf dem Strommarkt hat die grüne Kilowattstunde geschlagen. Aber was unterscheidet Strom von

Strom? Die BKW und 40 regionale Energieversorger haben sich das Kraftwerk Aarberg vorgenommen. Mit «water star» haben Biber, Bachneunauge und Bachforelle wieder eine Chance. Wie das?

 

Knips. Licht leuchtet. Backofen bäckt. Heizung heizt. An! Aus! Knopfdruck genügt.

So viel Strom wird bereitgestellt wie angefordert. Abgerechnet wird gelegentlich. Die übliche Verrechnungseinheit sind Kilowattstunden (kWh). Kraftwerks-Bosse jonglieren in Tausenden (Mega),  Millionen (Giga) und mehr. Grössenordnungen, die in Knotenpunkten und Kraftwerken der gewaltigen Netzwerk-Maschine «Strom» rund um die Uhr an 365  Tagen abrufbar sind. Jeder Stromabruf beeinflusst das Giga-Netz – irgendwo. Ein Espresso?! XY, etwa das Flusskraftwerk Aarberg, erhöht minimal seine Produktion und fährt sie zurück, wenn sich das Schäumchen kräuselt und der Kolben ruht.

Knips – Szenenwechsel: Ein Bachneunauge schlängelt die Aare hinauf. Feindliche Wasserschwälle reissen es immer wieder bachab. Kein Stein, keine Schwelle als Schutz. Es hungert und rackert sich förmlich zu Tode. Nach der Laichablage stirbt es an Auszehrung. Ein Symbol für  ewige Lebenszyklen.Von 200 000 Eiern überleben nur wenige schliesslich, bald gar nicht mehr. Denn seine Umweltbedingungen sind tödlich geworden. Dennoch ist dieses Urwesen, abstammungsmässig älter als der Mensch, geheimnisvoll geblieben wie ein unerforschter Fisch der Tiefsee.

Weisse Kohle und Öko-Gleichgewicht

Biber, Bachneunauge, Bachforelle, x Arten, eine Diagnose: Sie alle benötigen intakte Lebensumwelten. Es sind die Gewässer und die Auen. Auen sind Überschwemmungswälder, die Dschungel Mitteleuropas. Auen bergen vier Fünftel aller bekannten einheimischen Arten. Sie bilden ein stets zerbrechliches  Öko-Gleichgewicht. Eine Aue nationaler Bedeutung erstreckt sich von Aarberg der Alten Aare entlang bis nach Büren. «Sie ist vom Feinsten», sagt Klaus Ammann, Direktor des Botanischen Gartens, Bern.

Knips, Knips, Schnitt: Bern, Viktoriaplatz. Sitz der BKW FMB Energie AG. Mit dem Kraftwerk Hagneck beginnend, wurden hier Grössenordnungen von Kraftwerken geplant, vernetzt und betrieben. 100 Jahre Strom, die «Weisse Kohle» der Schweiz, sind 100 Jahre Erfolgsgeschichte, aber auch bitterer Kontroversen und gesellschaftlicher Lernprozesse. Denn Kraftwerke beeinflussen die Umwelt, nicht der Strom. Aber den Strom wollen alle, das macht es so kompliziert mit den  Kraftwerken.

Eile + Naturbewusstsein = «water star»

BKW-Zentrale, Dachgeschoss. Ein Archivraum – jetzt improvisiertes Sitzungszimmer mit Kaffee- und Getränkeautomat. Es eilt, keine Zeit für Erhabenheit. Im offenen Strommarkt wird die Elektrizität zu einem gewöhnlichen Handelsgut.Wer seinem Strom zuerst ein Gesicht verleiht, ist bei den Kunden. Viele Schweizer sind naturbewusst, das ist die Chance. Peter Langenegger, Produktmanager «water star»: Wir müssen der Natur ihren Anteil wieder zurückgeben – und wir tun es mit dem Ökostrom «water star».Mit moderner Technik und nach neusten Gesichtspunkten der Naturwissenschaften sollen Kraftwerke zum Überleben unserer natürlichen Lebensumwelt beitragen.  So erhält Strom ein Profil.

So wird Aarewasser zu Ökostrom

Worin unterscheidet sich «water star» von anderen Kilowattstunden? Kurz und bündig: Es dient Biber, Bachneunauge, Bachforelle – und tausenden anderen.Und an der Natur freut sich der Mensch. Denn die Aare und die Alte Aare, ein beliebter Erholungsraum, werden aufgewertet. Ein Ökofonds wurde geschaffen.Verwaltet wird er paritätisch von Energie- und Umweltfachleuten.

Minimaler Aufpreis im Vergleich  zum Nutzen

Der Aufpreis für «water star» ist im Vergleich zum Nutzen minimal. Schon die Verwendung einer Stromsparlampe kann den Mehrpreis ausgleichen. Nehmen wir an, jeder zehnte Kunde würde sich an «water star» beteiligen. Dank diesen paar Rappen Aufpreis ergäbe sich eine Summe von rund einer Million Franken jährlich, eine Million für die Natur, für alles, was kreucht und fleucht. Ein weiterer «water star»- Aufpreisteil wird zur Förderung von Ökostrom verwendet (zum Beispiel Wind und Solarstrom).

«water star» ist, wenn die Pflicht zur Kür wird. So sieht es Peter Langenegger. Einst speiste das Kraftwerk Aarberg  die Alte Aare mit «Pflichtwasser» – nun ist es ökologische Herausforderung für Wirtschaft und Umwelt, um nachhaltig zu werden. Ökofonds-Mitglied und Fischerei-Fachmann Jürg von Orelli sagt: «Wir holen die Natur zurück, wenn die Kunden mitmachen.»

Als Allererstes wird eine bibergängige Fischtreppe errichtet. Denn die Biberkolonie der Alten Aare braucht dringend Zugang zum Seeland. Die Renaturierung der Ufer und Gewässersohlen ist ein weiteres Langfristvorhaben.

Garantierter Ökostrom

«water star» ist garantierter Ökostrom, also mehr als leeres Wortgeklingel. Denn das Kraftwerk ist besonders zertifiziert worden. Der «Verein für umweltgerechte Elektrizität» (VUE) garantiert dies mit dem Zertifikat naturemade. Unterschieden wird wiederum nach naturemade basic und naturemade star (siehe Kasten: Was ist «water star»?). Im VUE haben neben der Elektrizitätswirtschaft die Umweltschutz- und Konsumentenschutz- Organisationen Einsitz – eine seit hundert Jahren erstmalige Aktion! WWF-Chefin Carolin Franklin Engler erläutert: «Mit naturemade star söhnen wir unsere Gewässer und die Wasserkraftwerke aus.» Wird «water star» für Bachneunauge, Biber und Bachforelle der rettende Anker? Peter Langenegger zählt auf Kunden, die Umweltbewusstsein praktizieren und nicht nur davon reden.  Ob es auch für den Strudelwurm reicht, der nur alle paar Jahrhunderte beobachtet wird? Über ihn ist so gut wie nichts bekannt.Zuletzt wurde er im Haslital gesichtet. Sein Körper sei schlangenartig und sein Kopf der eines Basilisken.Ungeklärt ist die Frage, welche Art der Kraftwerkspassage ihm genügt. Wer weiss, in Zeiten von Harry Potter?  

Was ist «water star»?

«water star» hat zwei Hauptkomponenten: Es finanziert die ökologische Aufwertung rund um das Kraftwerk Aarberg und es fördert zugleich die Energieproduktion aus neuer erneuerbarer Energie (Wind-, Solarstrom u.a.). Der «Verein für umweltgerechte Elektrizität» (VUE) sorgt für die Einhaltung der strengen Anforderungen von naturemade. Er verleiht das Qualitätssiegel, das nach basic und star unterschieden wird. naturemade star ist das hochwertigste schweizerische Umweltstrom-Label. Überwacht werden die Massnahmen vom Ökofonds, der die aus dem Mehrpreis erzielten Einnahmen verwaltet. Der Ökofonds wird paritätisch besetzt von der BKW und Naturschutzorganisationen.  

 

Von „Schweizerhalle“ bis zu Öko-Milliarden: Bank Sarasin

 

27.6.02 Der Münchensteiner Andreas Knörzer leitet das Geschäftsfeld „nachhaltiges Investment“ der Basler Bank Sarasin, die damit Europa-weit führend ist. Der Weg zu ökologisch-ökonomischen Geschäften begann mit „Schweizerhalle“.

 

Münchenstein. Wenn über Öko-Geld als Treibstoff für eine Welt der Nachhaltigkeit (engl.: Sustainability) die Rede ist, fällt die Aufmerksamkeit rasch auf die Bank Sarasin in Basel.

 Mit 2,6 Milliarden Franken verwaltet sie rund ein Viertel der nachhaltigen Anlagen, die in der Eurozone registriert werden. Dahinter verbirgt sich ein junger Banker der neuen Generation: der Münchensteiner Andreas Knörzer und sein Team. Ein so ganz anderer Öko-Papst in dunkelblauem Tuch, der auf den Teppichetagen der Wirtschaft dieser Welt verkehrt.

„Mit ‚Schweizerhalle’ fing es an“, erinnert sich Andreas Knörzer, Direktor „Sustainable Investment“, im Gespräch mit der bz. Kunden drangen damals in die noblen Privatbanquiers, auch Anlagewerte anzubieten, die mit weniger Industrierisiken behaftet wären. Sie wollten Papiere, die die ökologisch-soziale Lebenswelt einschliessen statt ausschliesslicher Renditefantasien und Grössenkennziffern. Knörzer:„Auch wir wollten für eine Wirtschaft arbeiten, die mehr aus investiertem Geld macht, als uns Gefahren aufzutischen.“

Heute, fünfzehn Jahre nach „Schweizerhalle“, ist die Bank ein Finanzinstitut, das den nachhaltigen Anlagewerten ein eigenes Geschäftsfeld einräumt. Damit unterstreicht man die Ernsthaftigkeit des Anliegens wie nirgends sonst im traditionellen Bankwesen. Honoriert wird dies von immer mehr Anlegern, insbesondere institutionellen Gesellschaften. Aber auch sie erwarten Wertzuwachs. Tatsächlich halten sich die grünen Papiere in der aktuellen Börsensituation wackerer als der Durchschnitt, gibt Knörzer zu bedenken.

Immer mehr Unternehmen fühlen sich diesen Werten der Nachhaltigkeit verpflichtet. Nach den Perlen tauchen die Analysten von Knörzers Unternehmenseinheit für ihre Portefeuilles. Knörzer: „Niemand kann die Frage nach seinem Wirtschaftsstil mehr vom Tisch wischen.“ Dabei geraten die Berichte des Knörzer-Teams zu Bibeln der grünen Geldakteure. Gäbe es, wie in der Wissenschaft Zitat-Indexe (nach der Häufigkeit des zitierten Namens misst sich wissenschaftlicher „Ruhm“), ständen die Solarenergiestudien von Mitarbeiter Christoph Butz zuoberst. Ein Bekenntnis von Knörzer & Co. zu Erneuerbaren Energien ist die zweijährige Beteiligungsgesellschaft „New Energies Invest“.

Andreas Knörzer sagt: „Besonders Pensionskassenvermögen sehen immer mehr Vorteile in Papieren von Unternehmen, die sich nicht einseitig dem Gewinnstreben verpflichten.“ Ein einmaliges Beispiel dafür ist die holländische „PGGM“, eine der Top-Fünf der europäischen Pensionskassen. Sie lässt einen Teil ihres Vermögens in den grünen Schatzkammern am Rheinknie verwalten.

Dabei sah und sieht der Baselbieter Knörzer die Ökoszene von Beginn weg illusionslos: „Realismus statt Schwärmerei ist das Gebot der Stunde.“ Seine Anlagephilosophie erklärt er recht simpel: „Gesunder Menschenverstand.“ Der Münchensteiner gibt sich optimistisch: „Der Übergang zu einer Welt prinzipiengeleiteter Investments vollzieht sich in kleinen Schritten. Wir müssen alle lernen.“ Tatsächlich: So sucht der umweltfreundliche Anleger vor dem Bankneubau, der nach Nachhaltigkeitskriterien errichtet wurde mitsamt Mitarbeiter-Velokomfort-Einrichtungen, vergeblich nach einem simplen Veloständer.

 

Watt neues unter der Sonne

 

Energie und Elektroenergie der Sonne gelten als Hoffnungsträger. Doch so einfach wie diese Energiegewinnung den Anschein macht, ist sie nicht. Aus technischen und finanziellen Gründen: die Halbleiterindustrie für Solarzellen steht erst am Anfang – und bedarf der staatlichen Förderung. Ihre Kosten werden ihr von Kritikern vorgeworfen. Dabei wird unterschlagen, dass etwa die Technik der Atomkraftwerke alleine in Deutschland z.B. in den letzten vier Jahrzehnten mit über 160 Milliarden Mark gefördert wurde – und weiterhin der Förderung bedarf. Auch in der Schweiz flossen Milliarden Steuer- und Strompreisgelder ohne auch nur annähernd eine Entsprechung im Grünstromsektor zu finden. Leider existiert kein staatlicher Kosten-Nutzen-Rechenschaftsbericht zu diesem Thema. Informationen zum Stand der Solartechnik unter: www.sarasin.ch. Buchtipps: Im Prinzip Sonne, Zürich, ISBN 3-9521287-6-7; H. Scheer: Solare Weltwirtschaft, München ISBN 3-88897-228-0.

Siehe auch: BL-Solarstrom zwischen Hoffnung und Horror weiter