Dreieckland StromReport Industrielle Werke Basel (akt. 02.10.2006 ) Pressebüro © Marc Gusewski Email 

<< Startseite<<


Inhalt 

29.10.04 Von Sonnenaufgang bis Black-out. IWB Solarstrompolitik weiter

07.10.04 IWB gekräftigt für 2005 weiter

06.06.02 Basler „Utility-Modell“ macht Schule weiter

14.05.02 IWB 02: Von der Behörde zum Unternehmen weiter

10.5.02 City-Projekt der IWB präsentiert weiter

15.1.02 Kaffe und Kilowatt von den IWB weiter 

7.12. Bei Energie kassieren Gemeinden mit weiter

22.11. Basel sucht 85 Mio für erstes konstruktives Geo-Heizkraftwerk in Europa weiter

15.12. 00 Erdgas heizt den Elektras ein weiter

Juni 99 Aus dem Geschichtsbuch: Das Licht ging spät auf weiter

Juni 99: Bei Wahlfreiheit Basels erste Wahl bleiben weiter

Juni 99: Der Stromspar-Bonus, der Basels Ökoprämie ist weiter

 

Von links: Heinrich Schwendener, IWB, Paul Burger, Uni Basel, Jörg Kachelmann, Stefan Nowak, Reto P. Miloni

 

IWB bekräftigt ihren Solarstrom-Kurs

 

29.10.04 Die Industriellen Werke Basel (IWB) wollen sich weiterhin mustergültig für ihr Zusatz-Stromangebot „Premium Solar“ einsetzen, versicherte Geschäftsleitungsmitglied Heinrich Schwendener an einem hochkarätig besetzten Diskussionsabend am Donnerstagabend, 29.10., in der Voltahalle. Vor rund 200 Interessierten versuchte der Diskussionsleiter, der prominente Fernseh-Wetteransager Jörg Kachelmann auszukundschaften, ob erneuerbare Energien gerade nur von „Sonnenaufgang bis zum Black-Out?“ reichten, oder auch für "Mehr". Generell sei die Energiewende möglich: „aber, das Schweizer Gewerbe ist auf seine eigene Lügen hereingefallen“, beklagte Architekt Reto P. Miloni: „Im Jahr 2000 bekämpfte der Gewerbeverband einen zusätzlichen Energierappen zur Förderung neuer Technologien mit dem Argument, die Mehrbelastung gefährde die Wirtschaft existenziell. Heute ist das Öl mehr als doppelt so teuer, niemand ist deshalb bankrott. Nur die Schweiz hat die Vorbereitung auf das Nach-Ölzeitalter verpasst.“

Stefan Nowak, bundesstaatlicher Solarenergie-Programmleiter beklagte den Mangel „sinnvoller Energiepolitik.“

Dass Professoren gelegentlich Stuss erzeugen und über Dinge reden, von denen sie überhaupt keine Ahnungen haben, demonstrierte ausgerechnet Philosoph und Lehre-Leiter des Uni-Instituts Mensch-Gesellschaft-Umwelt (MGU), Paul Burger. „Ich bin gegen Subventionitis“, so Burger, wie Deutschland die Windenergie mit Steuermilliarden fördere, oder in der Schweiz „mit hunderten Millionen Solarenergie subventioniere“. In Wahrheit liegt diese tatsächlich praktisch am Boden, weil sie nicht mehr wie beim grossen Rest der entwickelten Welt auf Anschubprogramme und faire Rahmenbedingungen des Staates zählen kann.

Kachelmann versuchte den Abend lang auszuloten, ob Solarenergie für mehr als nur „gebildete Basler“ in Frage komme, oder auch „für den Basellandertaler“, deren Ziel  „möglichst schnell von Zwingen nach Grellingen zu blochen“ sei. Im übrigen outete sich der muntere Talker vor Publikum als „Verletzter“ - nicht als „Anhänger vom Sowieso-Guru.“ Sein Pflaster auf der prominenten Stirnmitte verschuldete demnach ein Kollege, der  seine Schreibtischschublade aufgezogen hatte, während sich Kachelmann sich hatte bücken müssen... (29. Oktober 2004)

 

IWB gekräftigt für 2005

Rückendeckung vermittelt die Politik den Industriellen Werken Basel für das kommende Jahr. Das Stadtparlament  bewilligte Millionen für weitere Ausbauten. Dagegen flossen 52 Millionen als Gewinnablieferung an die Stadtkasse im Jahr 2003 zurück.


Oktober 04. Eduard Schumacher, Vorsitzender der Geschäftsleitung der IWB, kommentiert die aktuelle Entwicklung so: „Wir entwickeln uns weiter vom Versorger zum am Kunden orientierten Energiedienstleister.“

Mitte September bewilligte der Basler Grosse Rat der IWB weitere Kredite in Höhe von rund 43 Millionen:

○ 3,8 Millionen zum Erwerb von Kraftwerks- und Kraftwerks- und Leitungsanteilen an der Electricité de la Lienne SA (Lienne) von der Lonza AG.

○ 6,5 Millionen für die Bereitstellung weiterer Räumlichkeiten für Telekommunikations-Dienstleitungen („Telehouse“).

○ 24,8 Millionen für den Zeitraum bis 2008 für neue Erdgasleitungen („Erdgas-Mobilität“). 1999 bis 2004 wurden 17 Millionen investiert.

○ 8,5 Millionen für Ausbauten des Elektrizitäts- und Fernwärmenetzes.

Das vergangene Geschäftsjahr 2003 stimmt die Verantwortlichen von Stadt und IWB positiv. Die Erträge aus dem Energie- und Trinkwasserverkauf beliefen sich auf 457,3 Mio (+1.9%), der Betriebsaufwand wird mit 422,3 Mio beziffert. Der Energiekonsum hat in der Stadt wiederum zugenommen: Beim Strom um 2,7 Prozent (Klimaanlagen während Sommerhitze); beim Erdgas um 4,6 % und Fernwärme plus 3,3 % (relative kühler Februar und Dezember 03).

Die Leistungen der IWB an den Kanton Basel-Stadt werden mit 52,0 Mio beziffert (02: 50,1). Gemäss IWB-Gesetz sind das fünf Prozent des Umsatzes in Höhe von 22,4 Mio Franken, der Verzinsung von Kapitalschulden beim Kanton (18,7 Mio) sowie gemeinwirtschaftlichen Leistungen von 10,9 Mio. Darunter fallen öffentliche Beleuchtung, Brunnen und Uhren sowie Landschaftspflege.

Investiert wurde vorab bei den Energiedienstleistungen und den Ausbau des Fricktaler Zweiges vom Erdgasnetz (6,9 Mio bei Frick). Beim Erdgas als Treibstoff investierten die IWB ins Tankstellennetz. 2003 konnte eine Tankstelle im Dreispitz neu eröffnet werden, im 2004 sind weitere geplant in Füllinsdorf und Pratteln an der Autobahn. Entwickelt hat sich der Bereich Energiedienstleistungen mit weiteren 8,4 Mio. Das Contracting, bei dem Haushalte oder Unternehmen die Heizung respektive die gesamte Energieversorgung von den IWB mieten, setzt sich am Markt immer weiter durch, registriert die IWB-Spitze.

 

Basler „Utility-Modell“ macht Schule

 

6.6.02 Im Rennen um die Gunst der Stromkunden gewinnt „Swisspower“ als Vertriebsorganisation der Stadtwerke laufend Terrain. Nach Basler Muster dringt man in den nicht-Fernwärme erschlossenen Raumwärme-Markt ein.

 

Zürich. „Swisspower“ ist die Antwort von 20 Stadt- und Gemeindewerken, darunter den Industriellen Werken Basel (IWB), auf den demonopolisierten Elektrizitätsmarkt. Mit ihr riefen die kooperierenden Werke einen für ihre Interessen national tätigen Sachwalter ins Leben statt diese Aufgabe jeweils in Einzelregie zu verfolgen. So bedient man im Inland versprengt tätige Strombezüger, z.B. die SBB u.a.m., inskünftig hauptsächlich an dieser Adresse nach aussen hin.

Erfeulich verlaufen sei das erste volle Geschäftsjahr, sagte gestern Geschäftsleiter Alfred Bürkler in Zürich. Bereits verrechne man rund 10 Prozent des gemeinsamen Stromumsatzes – vorab Grosskunden. Die Antizipation der „Swisspower“-Idee wiederspiegele sich im Umsatzwachstumssprung der verrechneten Energie von 51 Prozent (umgerechnet 94 auf 142 Mio. Franken), was von zehn Mitarbeitern koordiniert werde. Man werde sich als „dritte Kraft“ den Strombezügern präsentieren.

Beim Strompreis sei letztes Jahr von den Kunden differenzierter gedacht worden als zuvor, sagte Vertriebschef Manfred Hartmann. Preisdrückerei sei passé. Qualitative Momente wie Abrechnungs- und Ökoprofilfaktoren spielten eher eine Rolle. So wird der Bereich IT verstärkt, um transparente Rechnungen zu erstellen. Vor diesem Hintergrund wird das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) befürwortet, abgestimmt wird am 22.9.. Hartmann räumte ein, bisherige Lieferverträge würden stets unterm Vorbehalt der heute offenen Gesetze abgefasst. Wird das EMG abgelehnt, passe er die Verträge an. Unvorstellbar sei eine Rückkehr zu alten Preisen: „Das werden die Kunden nicht zulassen.“

„Swisspower“ sei ein öko-verantwortlicher, Service public-orientierter Energiepartner, sagte Marketing-Verantwortlicher Johannes Schimmel, der in Bern und Zürich zertifizierten Ökostrom (Sonne, Kleinwasserkraft) bereithält (Basel bietet diesen selbst an). Als besonderer Vorteil wird der Energien-Querverbund gesehen: Der im Land einzigartigen Verbindung von Erdgas, Wasser, Fernwärme und Elektrizität in einer Hand. Segmente, die Stadtwerke traditionell als „Multi Utilities“ betreuen. Nebst Fernwärme werden neu nach Basler Muster Eigenheimbesitzer fernab von Wärmeverbunden angesprochen, die sich vom Eigentum ihrer Heizung trennen wollen, um Raumwärme und Warmwasser nurmehr als Kunde statt Heizungsinhaber zu beziehen. Nach allgemeiner Einschätzung könnten in Zukunft viele solche Kleinheizungen, als Brennstoffzellen-Verbund betrieben, eine neue Kraftwerksbasis im Inland bilden.

 

20 Stadtwerke = „Swisspower“

 

Kunden 860’000

Mitarbeiter 3’300

Umsatz 1,9 Mrd. CHF

Marktanteil Strom 22 %

Marktanteil Ergas 26 %

Marktanteil Fernwärme 31%

Marktanteil Wasser 8%

Seitenanfang Startseite

 

IWB 02: Von der Behörde zum Unternehmen

 

14.05.02 Im Abstimmungskampf pro- und contra Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) drohen die Stadtwerke zum buchstäblichen Spekulationsobjekt zu werden. Dann nämlich, wenn sich weder Regierungsrat noch der Grosse Rat verbindlich zur Zukunft der Industriellen Werke äussern, die derzeit ohnehin verhandelt wird. Spekulationen über eine allfällige Privatisierung und Zerschlagung des Stadtbetriebes würden Tür und Tor geöffnet, dies räumte Regierungsrätin Barbara Schneider am Montag in Basel ein anlässlich der traditionellen Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Während der Bund und Kantone, wie zum Beispiel Bern, sehr weitgehend im Vorfeld der Elektrizitätsmarkt-Abstimmung ihre Detailabklärungen vorgenommen haben, sieht Basel einem „das werden wir dann nachher regeln“ entgegen. Das Gegenteil wäre nötig, um allfällige Zweifel über den Abbau des „Service public“ zu zerstreuen. Jedenfalls sicherte Barbara Schneider zu, die Frage zu klären. Klar sei bereits, dass die neue IWB-Organisationsform höchstwahrscheinlich auf eine öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft im Besitz des Kantons hinauslaufen werde.

Handlungsbedarf für die städtischen Werke sieht Geschäftsleitungsvorsitzender Eduard Schumacher auf der politischen Seite in der Frage einer neuen Tarifordnung für mittelgrosse Kunden. Diese würden von den Mitbewerbern mit günstigeren Stromverträgen gelockt, ohne dass die IWB kontern könnten. Als Dienstabteilung der Stadt müsste zunächst eine neue Tarifordnung vom Stadtparlament bewilligt werden. Von ein paar Kundenverlusten zeigte sich Schumacher eher besorgt als alarmiert. Klar ist für Barbara Schneider wie für Eduard Schumacher, dass mit dem vorliegenden EMG dem „herrschenden Wild-West“ ein Ende gesetzt werden müsse. Barbara Schneider sagte: „Der Regierungsrat wird sich im Abstimmungskampf für das Gesetz einsetzen, damit zwischen Privaten und Stadtwerken faire Verhältnisse herrschen.“ Eduard Schumacher sieht vor allem die Baselbieter Elektrizitätsunternehmen, Elektra Baselland, vor allem aber auch die Elektra Birseck, als Wettbewerber. Diese, die mit der Aare-Tessin AG (Atel) finanziell verbunden sind, werden als wahrer Angstgegner des Stadtwerkes wahrgenommen.

Im Hintergrund des politischen Interesses der Stadt an ihrem Werk steht natürlich das finanzielle Interesse: Im vergangenen Jahr lieferte das Versorgungswerk 22,9 Millionen Franken an die Stadtkasse ab. Insgesamt erbrachten die IWB Leistungen in der Höhe von 56,3 Millionen für das Gemeinwesen. Als einmalige Aktion, auch im Rahmen des Programmes zur Aufwertung der Stadt, wurden „nicht betriebsnotwendige Bauten“ der zentralen Liegenschaftsverwaltung übereignet, 33,8 Millionen günstiger als es der errechnete Verkehrswert erlaubt hätte.

Die Geschäftsergebnisse der einzelnen Sparten repräsentierten sich trend- und wettergemäss, wobei alleine beim Stromverbrauch, dies vorab verursacht durch den Industrieverbrauch, ein mit 3,4 Prozent überdurchschnittlicher Verbrauchs- bzw. Umsatzzuwachs verzeichnet wurde (Haushalte: 0,6 Prozent Zuwachs trotz abnehmender Bevölkerungszahl, was auch nicht so leicht zu erklären ist). Somit wurden 1490 GWh vom Netz gezogen. Fernwärme und Erdgas – dem kalten Winterwetter folgend, legten um 5,4 Prozent bzw. 8,3 Prozent zu, Erdgas schlug mit 4099 GWh zu Buche. Beim Trinkwasser –  mangels trockener Sommer – resultierte ein Minderverbrauch von 4 Prozent. Als Einkommensträchtig, neben dem Strom, etabliert sich zunehmend das Erdgas, mit dem die ganze Region Nordwestschweiz versorgt wird. Die derzeitige Anschlussgrösse wird mit 1503 Megawatt angegeben. Gegenwärtig wird das Netz im Fricktal ausgebaut. Vorab auch dank des guten Stromgeschäftes (incl. Handel), volle Stauseen und Hochwasserführende Flüsse, wird der Umsatz insgesamt mit 435,2 Millionen (Vorjahr 395,0) beziffert. Dabei wurde erstmals in einen Rückstellungsfonds eingezahlt, der zukünftige Erlösschwankungen bei den Ablieferungen an die Stadtkasse ausgleichen soll – ein buchhalterischer Kniff, um die IWB-Beiträge im Budgetierungsprozess der Stadt in den Griff zu kriegen. Im übrigen wurde eine weitere Sonderrückstellung für die Kraftwerksbesitze vorgenommen. Damit beziffern sich die Reserven für allfällige „nicht amortisierbare Investitionen“ auf 53 Millionen. Zudem wurde ein leichter Stellenzuwachs verzeichnet, den Geschäftsleitungsvorsitzender Eduard Schumacher durch Neupersonal bei der  Akquisition begründete.

Seitenanfang Startseite 

 

City-Projekt präsentiert 

10.5.02 Bis in einem Jahr hoffen die IWB, dass mit den Bauarbeiten für ihr Neubauprojekt einer Energieberatungsstelle in der Steinenvorstadt begonnen werden kann. Derzeit werden die Unterlagen des 3,5 Millionen Franken-Vorhabens für den Grossen Rat bereitgestellt, der es auf Antrag des Regierungsrates bewilligen muss. Nach Auskunft der IWB, an der Präsentation der für das Projekt ausgewählten Architekten, verfolge Departmentschefin Barbara Schneider das Geschehen mit Interesse und sei sehr zuversichtlich, was die zügige Behandlung dieses Geschäftes angehe. 

Schon seit Jahren ist der IWB-Geschäftsführung das unternutzte Gebäude in der Steinenvorstadt, einer Top-Lage, Geschäfts- und Flaniermeile Basels, ein Dorn im Auge. Nun soll das bestehende Gebäude abgerissen werden zugunsten eines Neubaues, der einem kubischen Glaskasten ähnelt und dadurch dieser Strasse einen Akzent verleihen wird. Entscheidend für das Publikum wird sein, dass der heutige, vermufft erscheinende Büro-Laden einer Verpflegungsstätte weichen wird. Durch eine Freitreppe wird die modernisierte Energieberatungs-Stelle der IWB im ersten Geschoss erreichbar sein. Zusätzliche Büroräume werden erstellt und eine Maisonette-Wohnung mit Terasse zu oberst. Diese Wohnung wird zugleich unter dem Segel der Attraktivitäts-Steigerungsmassnahmen der Stadt für Besserverdienende "segeln". 

Aus einem Architekturwettbewerb für dies Prestigeprojekt der IWB ging das Basler Büro Osolin & Plüss hervor. Diese schlugen gleich einen Neubau vor statt einer Sanierung der ansonsten nicht besonders herausragenden Liegenschaft. Insgesamt überwiegen die Vorteile, da die Raumaufteilung aktuellen Bedürfnissen angepasst werden kann sowie Isolierung, Tragkonstruktion, Infrastruktur, etc. effizienter anzubringen sind. Die Kosten für einen Umbau und Sanierung der bestehenden Liegenschaft im Vergleich mit einem Neubau, der unterm Strich geringere Unterhaltskosten und grösseren Freiraum bringt, sind vergleichbar. Eduard Schumacher, IWB-Geschäftsleitungsvorsitzender sagte, optimistisch gestimmt: "Wir hoffen hier das neue Rathaus einrichten zu können - wir raten den Menschen hier, ihre Energie so gut wie möglich einzubringen."  

Seitenanfang Startseite

 

Kaffee und Kilowattstunden

15.1.02
Ihre Energieberatungsstelle in der Steinenvorstadt wollen die Industriellen Werke Basel gleichsam anreichern - mit einem eigenem Café. Auch soll die Liegenschaft zum energetischen Vorzeigeobjekt werden. 

Kaffeehauskultur und Kilowattstundenberatung: Die Industriellen Werke Basel (IWB) wollen ihre «Energieberatung» in der Steinenvorstadt aufmöbeln - als energetisches und ökologisches Vorzeigeprojekt. Zum einen wollen die IWB näher an ihre Kunden ran: Dafür bietet die Lage der Liegenschaft beste Voraussetzungen. Zum andern sehen die IWB die Liegenschaft, die sich im Besitz des Stadtwerks befindet, seit längerem unternutzt. So soll diese Geschäftsadresse insbesondere durch ein Café an Attraktivität gewinnen.
Das Projekt für die «Steinen» - Arbeitstitel «Energy Café» - wurde kurz vor Jahresschluss als Projektausschreibung veröffentlicht: Bis am 7. Januar konnten interessierte Planungsbüros Unterlagen bei den IWB beziehen für einen Projektwettbewerb. Die Unterlagen für die Präqualifikation waren bis 14. Januar einzureichen. Hierauf ausgewählte Teams werden Ende Monat zur Qualifikation eingeladen. Das Preisgericht wird angeführt von Mitarbeitern der IWB und des Amts für Umweltschutz und Energie, beteiligt sind auch namhaften Architekten - darunter Carlo Tognola - und Gastroexperten. Für diese erste Phase stehen 84 000 Franken zur Verfügung. Die Sanierung einer städtischen Liegenschaft wie jene in der Steinenvorstadt wird erfahrungsgemäss mehrere Millionen kosten. Gehofft wird, dass dem Grossen Rat, der «Dienstherrin» der IWB, noch in diesem Jahr ein Projektvorschlag zugeleitet werden kann.
«Unseren Gästen wollen wir uns in einer anregenden und passenden Art präsentieren», sagt Roger Ruch, Energieberater der IWB. Als ökoorientierter Elektrizitätsverteiler sei es für die IWB Pflicht, sich auch bei baulichen Massnahmen als Top-Energieversorger zu präsentieren. Daher sollen die strengsten Effizienz-Ziele beim Sanierungsprojekt gelten. Der so genannte Minergie-Standard soll unterschritten werden.
Auf Effizienzberatung und hochoptimierte Elektrizitätsnutzung ist die Energieberatungsstelle eingerichtet, so Ruch - aber dafür müsse die Ambiance stimmen. Deshalb sollen sich die IWB in ihrer Energieberatung «gastlich» zeigen. Herzstück des neuen Auftrittes ist daher ein «Gastroprojekt». «Wir sind für alle Ideen offen. Aber es muss etwas Gehobeneres sein, dass es so noch nicht in der Steinenvorstadt gibt», sagt Ruch. Seitens IWB werde man sich von der überzeugendsten Projektidee, die beim Wettbewerb herauskommen wird, leiten lassen. Statt einer eigenen Bewirtschaftung wird eher eine Verpachtung an einen Gastronomiebetrieb gesehen. Eine inhaltliche Identifikation mit den IWB werde vorausgesetzt. Unterm Strich erhofft sich Ruch einen Imagezugewinn - und neues Publikum, dass heute noch gehemmt auf Themen wie «Energie» und «Ökologie» reagiert.

Seitenanfang  Startseite

 

Bei Energie kassieren Gemeinden mit

 

7.12 | 24 Gemeinden im Aargau, Baselbiet und Solothurn erhalten 2,7 Millionen Franken Gewinnabfuhr von den Industriellen Werken Basel. So werden Überschüsse aus dem Erdgasgeschäft praktisch als Beteiligungsgewinn rückvergütet, orientierten die IWB gestern.

 

Münchenstein. Die 24 erdgasversorgten Gemeinden erhalten ein Drittel weniger Gewinnbeteiligung als letztes Jahr. Verursacht wird dies durch den letztjährigen fünf Millionen Franken Verlust der IWB-Erdgasrechnung 2000, teilweise bedingt durch den milden Winter, Gashöchstpreise sowie Investitionsrückstellungen. Die Industriellen Werke sind die grösste regionale Gasversorgerin der Nordwestschweiz. Sie setzen die Hälfte ihres Gasgeschäftes, gemessen mit 1,8 Milliarden Kilowattstunden, ausserhalb der Stadt Basel ab.

Für Millionen Franken bauen die IWB derzeit ihre Präsenz im oberen Fricktal aus. Nach weiteren Kunden, speziell auch Gemeinden, hält das Unternehmen Ausschau. Es bietet diesen praktisch Rundumenergie-Pakete an, welche die Heizung in Form konventioneller "Öfen" oder als Wärmekraftkopplung einschliesst. Neu offerieren sie Grosskunden Zählermanagement, Wasseruhren, aber auch Energie (Strom, Gas, Wärme) werden nach Kundenwunsch abgelesen. „Wir sind mit zwei Gemeinden bereits im Kontakt“, sagte Geschäftsleitungsmitglied Daniel Moll an der diesjährigen IWB-Präsentation für Gemeinden. Ferner gibt es Überlegungen, die Stadtbasler Fernwärme für regionale Komfortenergieangebote heranzuziehen.

Die Gaspreise, die seit der Hochpreisphase vor einem Jahr wieder gesenkt werden konnten, wirkten sich auf die Projekte der IWB in der Region eher hemmend aus. Derzeit unterhalten die IWB gesamthaft 16 grosse und rund dreissig kleinere Projekte als Totalenergie-Anbieterin. Bei Haushaltskunden erfreut sich Erdgas weiterhin grosser Beliebtheit. Dagegen ist der Grossanlagenbereich stagnierend, wenn nicht umkämpft. So wird das Fernheizkraftwerk Liestal, vorbehältlich des Landratsentscheides, mit Holzenergie ausgebaut werden statt wie früher vorgesehen mit zwei Erdgas-Wärmekraftkopplungsanlagen.

Seitens der Elektrizitätswirtschaft geraten die Konzessions- bzw. Gewinnbeteiligungsabgaben an die öffentliche Hand zunehmend unter Kritik, da sie den Zielen einer deregulierten Energieversorgung widersprächen. Während die Konzessionsentschädigungen der Erdgasverteilerin als Gewinnbeteiligungen bezeichnet werden, entrichten die Elektrizitätslieferantinnen sogenannte Konzessionsentschädigungen. Nach Informationen der BaZ verteilte die Elektra Birseck dieses Jahr 3,2 Millionen Franken, incl. Elsässer Kunden, und die Elektra Baselland rund eine Viertelmillion.

Die Deregulierung im Elektrizitätsbereich ist fortgeschritten. Dagegen wird beim Bund mit der Gasmarktliberalisierung zugewartet. Welche Folgen dies für die Kunden-Versorgerbeziehungen hätte, ist laut IWB offen.

Die Industriellen Werke und die Elektra Birseck gehen im Bereich der Haushaltkunden unterschiedliche Wege. Während die Grosskunden vergleichbar bedient werden, offerieren die IWB auch den Kleinkunden sogenanntes Heizungs-Contracting. Man least praktisch Warmwasser und Raumwärme beim Anbieter und bezahlt dies in Raten.

Eine der gegenwärtigen Top-Vorzeigeanlagen der IWB ist im Sportzentrum St. Jakob untergebracht. Die Sporthalle, die künftige Eiskunstanlage, die Schwimmbäder sowie das Stadion werden von einem bunten Energiemix unterhalten. Durch Abwärmenutzung, Solarwärme und Wärmekraftkopplung konnte der Zentrumsverbrauch durch Energieplanung und -management um 30 Prozent verringert werden was die Rohenergien Strom, Heizöl und Erdgas betrifft.

top EBM EBL Startseite

 

Erdgas heizt den Elektras ein

Energieversorger: Feuer unterm Dach

15.12.00 Bevor der Elektrizitätsmarkt zur Reife gelangt, wird über den Umweg von Einzelheizungen und Nahwärmeverbunden über künftige Marktanteile gerungen - die Industriellen Werke Basel (IWB) nehmen die Regio ins Visier und dringen ins Stammgebiet der Baselbieter Elektras ein. Mit "Events" bringen sie ihren Anspruch zur Geltung, als Nr. 1 in der Regio tätig zu sein.

Basel/Liestal.  Charmant versucht die IWB Neukunden zu gewinnen. "Weitblick" und "zukunftsträchtige Partnerschaft" jedenfalls verspricht Eduard Schumacher, Geschäftsleitungs-Vorsitzender der Industriellen Werke Basel (IWB) 24 Gemeinden im Baselbiet, Aargau und Solothurn, die am Gewinn des Erdgasgeschäfts beteiligt sind. Sie empfing er am Freitag exklusiv im Sendeturm St. Chrischona und bewirtete sie im 47. Stock - von wegen "Weitblick" -.

Sieben Prozent des Erdgas-Geschäftserlös' gehen an die gasversorgten Kommunen ab als Entschädigung (dies regelt der "Konzessionsvertrag"). Bereits realisiert das Basler Gaswerk neu 51,28 Prozent des Umsatzes in der "Agglo". Vom Energieinhalt her definiert, entsprechen die Umlandlieferungen 116'000 Haushaltsbedürfnissen von Warmwasser und Heizung (1,8 Millionen Megawattstunden, wovon 0,5 Mio. Industrie).

Die IWB-versorgten Gemeinden (Birstal bis Pfeffingen, Birsigtal bis Ettingen, Ergolztal bis Liestal, Rheintal bis Wallbach) handelten ihrem Lieferanten einiges ab: in diesem Jahr 4,2 Millionen Franken. Statt einer "Konzessionsgebühr" (meist ein Fixbetrag) setzte man eine Umsatz-prozentuale "Gewinnbeteiligung" durch. Auch aus energiepolitischen Gründen gehen Gemeinden dazu über, Erdgas zu empfehlen. Hierzu vermittelt Eduard Schumacher passendes: es verursacht weniger Emissionen als z.B. Heizöl, erhöht Heiz- und Heizstoffkomfort, ist preislich abschätzbarer und es erlaubt Zusatznutzen (Stromerzeugung, Brennstoffzellen).

Eduard Schumacher: "Unsere Kunden sind an Heizungen uninteressiert - ihnen soll es wohl sein". So geht Schumacher dazu über, sozusagen "Rund-um-glücklich"-Pakete anzubieten. Z.B. die "Heat"-Box - das ist sozusagen ein Wärme-Abonnement. Im Prinzip ist es eine geleaste Heizung wie man z.B. geleaste Pkw "besitzt". Gemeinden, Industrie und Gewerbe werden komplette Heiz-Infrastrukturen (Nahwärmeverbunde, Überbauungen) angeboten bzw. deren Bewirtschaftung (z.B. durch Blockheizkraftwerke). Schumacher: "Wir werden uns anstrengen. Dem liberalisierten Elektrizitätsmarkt folgt der liberalisierte Gasmarkt".

Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1

 

Energieversorger: Feuer unterm Dach

An kalten und heissen Büffets umwirten die Energieversorger "Schlüsselkunden", so wie die IWB- am Gewinnausschüttungs-"Event" auf St. Chrischona. 

Da im Strommarkt Verluste Realität sind, sollen Kunden mit "multi utility"-Angeboten (Wärme, Gas, Wasser, Strom, Energieinfrastruktur aus einer Hand) gewonnen werden. Das Geschäft "hinterm Zähler" zählt neu - und der Griff nach der Zentralheizung bietet grosse Chancen. Der Vorteil für die IWB als "multi-utility" ist, mit dem Gasnetz bereits im Stammgebiet der Baselbieter Elektras "Birseck" (EBM) und "Baselland" (EBL) zu operieren. Zusätzlich auch mit ihrer Industrie-Energieunternehmung "BEC" (für die Grosschemie). In Aesch schnappten sie bereits der EBM ein Projekt weg. Diese forciert ihre Tochter-Nahwärmefirmen mit den Gemeinden und liefert sich einen Konkurrenzkampf um die "Wärmekunden". Und sie überschreitet nationale Grenzen: z.B. mit ihren Blockheizkraftwerken im Airport Basel-Mulhouse und mit ihrer Partner-Firma "ratio energie AG" in Lörrach, die ins Gebiet der "Regiotherm AG" eindringt, einer "Energiedienst Gmbh"-Tochter (Rheinfelden, ex KWR/KWL), dem zweitgrössten Verteiler im Dreiland (neben der Electricité de France EdF). Die Oberbaselbieter EBL bemüht sich um eine Wärme-Konsolidierung in ihrem Stammgebiet und operiert neu auch in Meilen am Zürichsee (Blockheizkraftwerk) oder in Rheinfelden (Holzschnitzel) - also im Stammgebiet der Aargauischen AEW Energie AG (bzw. neu "Axpo"), die wiederum auf Industriekunden in der Agglo Basel losgeht. Mit dem Infrastrukturvertrag der Novartis mit der multi-utility Tochter-Firma "Vivendi" könnten zudem liierte, globale Energieversorger in Erscheinung treten - wodurch wiederum die IWB herausgefordert wird und Antworten sucht - im multi-utility-Gasgeschäft in der Regio..

Seitenanfang

Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1

 

Aus dem Geschichtsbuch

Das Licht ging spät auf 

II. Gegenwart: Im Kraftfeld von Staats- und Privatsphäre  

III. Frustrierte Basler Elektro-Pioniere  

Strommarkt und Basel

Juni 1999: Basel verhinderte verhältnismässig lange die öffentliche Elektrifizierung. Stadt und Wirtschaft favorisierten so lange wie möglich ihr öffentliches Stadtgaswerk. Es ist ein Stück spannende Technik- und Politgeschichte.

Vor 100 Jahren wurde um die Vormachtstellung von Strom und Gas gekämpft, mit viel Energie.

 In Fluten elektrischen Lichtes wird der Milleniumswechsel gefeiert werden – rund um die Uhr Tageshelle. Genährt von zigtausend E-Generatoren.

 Beinahe ist Basel zu spät gekommen zu dieser leuchtenden Veranstaltung.

 Im Schwarzwald-Örtchen Triberg leuchtete seit 1884 eine erste öffentliche, elektrische Strassenbeleuchtung. Auch die Sissach-Gelterkinden-Bahn im "Basellandschaftlichen" wurde als Pionierwerk bereits 1891 in Betrieb gesetzt  - die Grossstadt am Rheinknie setzte Jahre später das E-Netz in Betrieb, es ist ein vergleichsweise verspätetes.

Eine schwer definierbare Front von Lobbies verhinderte den Anschluss ans elektrische Geschehen. Sichtbar wird dies durch die nahezu feindselige Haltung des Regierungsrates gegenüber dem damals wichtigstem Stromerzeugungs-Projekt: das Laufkraftwerk Rheinfelden – eine technologische Innovation ohnegleichen, das grösste der Industriellen Welt bis, ein Jahr später, die Niagara-Werke ungeahnte Dimensionen erreichten. 

Statt mit Basler  wurde das Rheinfelder Projekt mit Berliner Geld verwirklicht.

 Dafür intrigierte die Stadt Basel und verbat sich Stromlieferungen, die auf Strommasten aus dem Grossherzugtum Baden herangeleitet wurden.

 Mit der Aluminiumfabrik, mit zum Teil den gleichen Inhabern wie dem Kraftwerk, und der Chemie blühte die Industriestadt Badisch Rheinfelden vor den Toren der Stadt auf.

Als Revanche für das Doppelspiel der Handelsstadt verhinderte die KWR die Pläne für ein Kraftwerk Birsfelden, dessen Stunde schlug erst ein halbes Jahrhundert später. Der Krach wurde erst beigelegt, als man gemeinsam in Augst ein Kraftwerk, das erste grosse Basler, errichten wollte. Aber die Versäumnisse waren anfangs irreparabel: die Basler erzeugten zwangsläufig ihren frühen Strom in teuren Stadtgaskraftwerken.

Weshalb hatte der Strom so schlechte Karten in der Stadt?

 „...hatten die damaligen Verantwortlichen keine besondere Eile, die Gasanstalt vorzeitig einem Konkurrenten auszuliefern“, heisst es dazu. Mit dem Stadtgas wurde Anfang/Mitte 19. Jahrhundert die erste netgebundene Energieindustrie gegründet. Eins, zwei Generationen schon danach, drängte die Elektroindustrie in diesen Markt.

Als "hygienische" Energie feierte die elektrische Beleuchtung erste Erfolge – sie wurde zum Insignium der Reichen und Schönen. Es war teuer: eine Kilowattstunde (heute verbraucht eine Haushalt zwischen 3000-4000 kWh) kostete zwei Arbeitsstunden eines Durchschnittsverdieners. Edle Basler Etablissements stiegen deshalb schon lange vor der offiziellen Stadt auf Strom um. Allgemein schien um die Jahrhundertwende unklar, ob die stark verbesserte Gasbeleuchtung (Auer-Licht) nicht das Ende für den Strom bedeuten würde. Das änderte sich in der Schweiz erst, als die Politik im Ersten Weltkrieg auf Strom umschwenkte, da die Kohlezufuhr unterbrochen wurde. Dann wurden viele privat verwirklichten Elektrizitätswerke kurzerhand verstaatlicht.  

Frustrierte Basler Elektro-Pioniere

  Früh hiess es in Basel, man wolle den Strom, wenn, dann nur für die Allgemeinheit. Dann aber hätte man – wie im Baselbiet – Genossenschaften mit der Stromversorgung betraut. Nein, Basel wollte den direkten Zugriff auf den Strom. So zog der frühe Schweizer Strompionier Emil Bürgin, der schon 1882 Strompläne schmiede, frustriert nach Münchenstein. Nicht nur  Bürgin & Alioth wendeten sich von Basel ab. Hätte man beispielsweise mehr Interesse an zwei "Spinnern" gehabt, wäre es möglicherweise sogar Sitz des weltumspannenden Konzerns BBC (Brown Boveri) geworden. Stattdessen entschieden sich die Firmengründer Charles Brown jr. und der deutsche Walter Boveri für das Aargauische Baden. Der Standort hatte ihnen einen warmen Empfang bereitet. Seitenanfang

Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1

 

Im Kraftfeld von Staats- und Privatsphäre

Was passiert mit der Basler Elektrizität, wenn ringsherum das Geschäft mit dem Strom privatisiert wird? Im Jahre 100 ihres Bestehens steht die Stromversorgung der Stadt vor ihrer grössten Herausforderung. Modelle werden diskutiert – Entscheidungen erst angedacht.

Strom fürs Geld oder Strom fürs Leben, das ist die Frage, wie auf volkswirtschaftlicher Ebene mit Strom umgegangen werden soll. Deshalb sind für die Industriellen Werke Basel (IWB) drei Szenarien denkbar – über die der Kanton demnächst wird entscheiden müssen: Elektrizität bleibt – wie die Versorgung mit Trinkwasser – ein Service des Staates gegenüber seinen Schutzbefohlenen. Oder das Geschäft mit dem Strom wird eines wie jedes andere auch. Sozusagen ein Handel mit „Commodities“.

Oder gibt es für die Basler – wie für die anderen Stadtwerke -  ein andere, dritte Möglichkeit sich zu behaupten? Irgendwo etwas zwischen Markt und staatlicher Daseinsvorsorge? Wie auch immer, die IWB bzw. ihre Unterabeilungen Elektrizität, Erdgas, Wasser, Fernwärme stehen vor Veränderungen.

So gab es unter Insidern bereits Planspiele, eine Elektrizität Nordwestschweiz durchzuführen. In dieser würden die Baselbieter Elektras (Birseck-Münchenstein sowie Baselland) und der IWB-Geschäftsbereich Elektrizität eingehen. Aber der Stromumsatz von ca. 3'300 Gigawattstunden würde  nicht ausreichen, im Inland unter die fünftgrössten zu gelangen. Natürlich erscheint eine Fusion schwer vorstellbar, weil die Voraussetzungen bei den IWB weitgehend fehlen (die Unternehmensform).

Das gegenwärtige und drängende Problem ist, wie der Vorsitzende der Geschäftsleitung IWB, Eduard Schumacher,  einräumt, eindeutig die Marktöffnung. In gewissen Grenzen soll Strom europaweit wie normale Handelsware behandelt werden, wie gesagt. Das Nähere hat die Europäische Union in einer Richtlinie geregelt, die Schweiz vollzieht nach. Deshalb: Bleibt die IWB weiterhin eine staatliche Abteilung, gelten demnächst für die Einkäufe – darunter fällt selbstverständlich auch der Bezug von Elektrizität – das Prinzip europäischer Ausschreibungen, um den billigsten Anbieter zu ermitteln. So, wie es die Assoziationsverträge mit der EU vorschreiben würden. Ob die bestehenden Bezüge der Stadtwerke in der heutigen Form weiterbestehen können, gilt beim Bundesamt für Energie als unklar.

Jedenfalls: Es wäre ein harter Schlag für die Basler, die sich zu 90 Prozent mit inländischer Wasserkraftelektrizität versorgen, wenn sie durch Handelsgesetze zum Einkauf von preisgünstigerem Kohle- oder (gesetzlich verbotenem) Atomstrom gezwungen sehen würde. Dennoch ist es vorstellbar, dass sich Mitbewerber bei den IWB einklagen könnten.

Deshalb favorisiert Eduard Schumacher gegenwärtig eine Aktiengesellschaft für die IWB. Schumacher hofft auf eine enge Zusammenarbeit unter den schweizerischen Stadtwerken (IGSS), die mit zwei Millionen Kunden eine ernstzunehmende Grösse im Elektrizitätsmarkt erreichen würden. Heute sieht es also so aus, als ob die IWB durch ihr eben erst 100-jähriges Elektrizitätswerk vor der grössten Herausforderung seit der Gründung im Jahre 1899 steht. Möglicherweise muss die Basler Regierung der IWB eine private Rechtsform geben und sie aus der staatlichen Verwaltung ausgliedern – gerade um staatliche Daseinsvorsorge auch im Elektrizitätssektor (ökologische Strombeschaffung, umweltbewusste Tarifgestaltung) weiterhin betreiben zu können – wenn auch neu im Takt der heraufziehenden, globalisierten Elektrizitätswelt. Das wäre der klassische Ironie der Geschichte; denn vor 100 Jahren sollte der Strom als äusserst wertvolles Allgemeingut, so verteidigte man sich wenigstens, dem privaten Einluss entzogen werden.

Elektrizitätsmarktöffnung und Basel

Vor hundert Jahren wurde das Elektrizitätswerk Basel gegründet – heute steht es vor der grössten Herausforderung, wenn auch als Abteilung der Industriellen Werke Basel. In der IWB hat der Kanton die Trinkwasser-, Erdgas-, Fernwärme- und Elektrizitätsversorgung der Stadt zusammengefasst. Eine für Stadtwerke übliche Form. Interessant: auch die privaten Elektrizitätswerke versuchen durch ihre Vorstösse in den Wärme-, Wasser- und Gasbereich Einfluss zu erringen. Das Motto lautet: weg vom alleinigen Stromgeschäft, hin zu „Multi Energy / Multi Utility“, wie es so  im gegenwärtigen Wirtschaftsslang heisst. Die Abteilung Elektrizität der IWB versorgt mit den Elektras Birseck-Münchenstein und Elektra Baselland die Kunden in der Nordwestschweiz mit Strom. Seitenanfang

Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1

 

Bei Wahlfreiheit Basels erste Wahl bleiben: IWB

 Juli 99 Vormittags zwischen halb zehn und zehn Uhr, bei den Industriellen Werken. Im Büro von Jakob Pfändler herrscht Hochbetrieb. Sein Job ist, für stets genug Strom im Basler Netz zu sorgen. Neben festen Liefermengen wird ein Teil auch frei ausgehandelt. Der Fax läuft heiss. Blatt für Blatt schwirren sie herein. Lauter Angebote schweizerischer Kraftwerke, die günstige Lieferungen versprechen.

 Aus jahrelanger Erfahrung weiss Pfändler, was die Stadtbasler wahrscheinlich am Tag verbrauchen. Für Unvorhergesehenes gibt es Reserven und Pumspeicherkraftwerke. Der Planungsingenieur ist ein eher ruhiger Typ, der Preise, Konditionen, Zeiten und Bedürfnisse täglich einem nüchternem Kalkül unterzieht und dann bestellt. So herrscht zwischen den Dutzenden von Kraftwerken und Gesellschaften ein stetes Geben und Nehmen – wie auf dem Markt.

 Verhältnisse „wie auf dem Markt“, die soll es in sechs, sieben Jahre für alle Schweizer Strombezüger geben, ähnlich wie beim Telefon. Dann wird Pfändler davon entlastet, sich für die Allgemeinheit verantwortlich zu fühlen. Kunden und Anbieter werden freiwillig ein Geschäftsverhältnis eingehen und Pfändler wird vorrangig seine Kunden bedienen. Wahlfreiheit bedeutet eben auch Wahlzwang der Betroffenen, aus Anbietern auszuwählen.

 Was auf die Stromkonsumenten zukommt, lässt sich derzeit in Deutschland gut beobachten: die Elektrizitätswerke schalten derzeit für über 200 Millionen DM Werbung für ihre Kilowattstunden. Es gibt „gelben“, „blauen“ und „bunten“ Strom, locken Inserate und TV-Spots. Kopiert und verfremdet haben den Slogan die Werbetexter, denn „grünen“ Strom, ökologisch unbedenklicher Herkunft, gibt’s schon länger als buntfarbigen. Wie zum Beispiel bei den IWB, die sich zu über 90 Prozent aus Wasserkraft bedienen wie mit dem Prädikat „ökologisch verträglich“.

 Aber abgesehen von der Werbung, hat sich für die Vielzahl Deutscher Stromkunden wenig konkret geändert: für einen wirksamen Wettbewerb fehlen gültige Regelungen. Offen ist, wie viele Kunden wirklich aktiv werden. Die erwartete Ersparnis liegt bei höchstens 80 bis 200 D-Mark jährlich für Haushalte. In England zum Beispiel bewegte sich auf dem Privatkundenmarkt so wenig, dass neue Modelle geprüft wurden. Auch bei den Kaliforniern, die Wahlfreiheit geniessen, ist der Stromwechsel kein Thema, da die Angebote der Produzenten nur minimal variieren.

 Mehr Gewicht als die Privaten geniessen die überschaubareren  Grösstverbraucher, um deren Gunst die Produzenten boxen: Industrie und kleine und mittlere Unternehmen profitieren im Ausland und teilweise im Inland von saftigen Rabatten. Anders als bei Haushalten mit verhältnismässig geringem Stromverbrauch, rechnen sich Grossbezüge in der E-Welt komplett anders. So dreht sich auch das Vorzeigemodell der europäischen Strommarktöffnung, die skandinavische Strombörse „Nordpool“ um Orders im Mega- und Giga-Bereich und deren Absicherungen, fast wie an der Warenterminbörse.

 Wenig überraschend, denn vor allem ging es der Europäischen Union im Kern darum, den Wettbewerb unter den Erzeugern zu stimulieren. Deshalb führt sie seit 1988 den Binnenmarkt für Strom auf dem Programm – und geht dabei weniger weit als die Schweiz. Das vorgeschlagene „Elektrizitätsmarktgesetz“ will etappenweise die ganze Wahlfreiheit. Noch befindet sich das Gesetz in parlamentarischer Beratung. Seine Schatten wirft es bereits voraus, niemand kann es sich leisten, diese Entwicklung abzuwarten.

 „Wie die IWB in zehn Jahren aussehen werden, kann niemand exakt sagen“, kommentiert Eduard Schumacher, der Vorsitzende der Geschäftsleitung IWB, die Entwicklung. Wenn Volk und Parlament das „Elektrizitätsmarktgesetz“ in diesem oder nächstem Jahr beschliessen, sind die IWB bereit. Leo Gärtner, Bereichsleiter Elektrizität, betont: „Seit 1996 organisieren wir uns für den Wettbewerb. Wir haben die attraktivsten Strompreise. Wir wollen Basels erste Wahl bleiben“.

Was öffnet das Elektrizitätsnetz?

Eigentlich geht das eidgenössische „Elektrizitätsmarktgesetz“ (EMG) auf die Binnenmarkt-Bestimmungen der Europäischen Union (EU) zurück. Demnächst wird das EMG vom eidgenössischen Parlament beraten. Darum geht es: Wahlfreiheit beim Strom und in welchen Etappen Industrie, Gewerbe und Haushalte damit rechnen können. Elektrizitätswerke ziehen einen eher längeren Übergang vor als der Bundesrat vorschlägt. Dagegen hat Deutschland zum Beispiel für sofortige Wahlfreiheit gesorgt - in Frankreich bleibt die „Electricité de France“ Alleinanbieter (mit Auflagen). Daneben gibt es technische Fragen zu klären, wie etwa, wie der Stromtransport von a nach b gehandelt wird und was mit Kraftwerken zu geschehen hat, die viel zu teuren Strom erzeugen als er gegenwärtig verkauft werden kann (sogenannte „nicht amortisierbare Investitionen“ NAI).  

Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1

 

Der Stromspar-Bonus, der Basels Ökoprämie ist

 Juli 99 Basels Bevölkerung hat schnell begriffen, um was es beim Stromspar-Fonds geht. Marcus Diacon, vom Amt für Energie und Umwelt (Baudepartement Kanton Basel-Stadt), ist über die ersten Reaktionen zufrieden.

 Herr Diacon, was tun Sie da eigentlich?

 Wir verteilen den Bonus: wir versenden die Antragsformulare und bearbeiten sie. Das meiste funktioniert vollautomatisch. Nur bei Fehlern der Antragsteller müssen wir die Formulare direkt bearbeiten. Vor allem beantworten wir die vielen telefonischen Anfragen. Und wir führen die aktuellste Datenbank Basels, in der alle Haushalte und Wirtschaftsbetriebe mitsamt den Selbständigen erfasst sind. Das ist nötig, damit jeder seinen Bonus aus dem Stromspar-Fonds erhält. Wenn die Aufbauarbeit abgeschlossen sein wird, wird es ruhiger.

 Wer viel Strom verbraucht, muss viel zahlen? Aber jeder bekommt einen gleichen Teil aus dem Stromfonds, wer strombewusst ist, wird also eher belohnt, ist es so?

 Ja, es ist so. Der Stromspar-Fonds versendet ein Preissignal, ohne die Baslerinnen und Basler zusätzlich mit neuen Abgaben zu belasten. Wo es für die Wirtschaftsbetriebe problematisch wurde, sind Spezialregelungen getroffen worden.

 Haben die Einwohner Ihre Anliegen begriffen?

 Wir haben sehr viel Zeit darauf verwandt, leicht verständliche Formulare zu gestalten. Über vier Fünftel der Anträge auf den Haushalts-Bonus sind bereits eingegangen. Eine der meistgehörten Fragen am Telefon war, wer berechtigt ist, die 35 Franken Vergütung für das Stromabonnement einzuziehen. Manche Mieter sind beim Stromabos tatsächlich nur Untermieter (z.B. in Einfamilienhäusern)  – und dann sind sie natürlich nicht bezugsberechtigt.

 Aber das muss doch ungeheuer aufwendig sein, den gerechten Bonusbeitrag auszuzahlen?

 In Zukunft werden wahrscheinlich weniger als zwei Stellen ausreichen, die zudem aus den Zinsen der flüssigen Mittel bezahlt werden. Man kann es tatsächlich kaum glauben, aber die gesamthaft wohl über 150'000 Erstattungsanträge sind dank Computerisierung verhältnismässig rasch verarbeitet worden.

 Wann gibt es das erste Geld?

 Vor Ende Jahr zahlen wir den Bonus aus.

 

Vom einmaligen Bonus, Basler zu sein

 Ende Jahr wird erstmals der Haushalts- und Arbeitsplatz-Bonus des Stromspar-Fonds Basel ausgezahlt. Ein elegantes und – schon - international angesehenes Modell, den Elektrizitätsverbrauch mit einem Preissignal zu lenken und gleichzeitig sparsame Stromverbraucher zu belohnen.

 Noch laufen die Rechner heiss, bis die aktuellste Datenbank Basels komplett ist. Mit ihr wird der Stromspar-Fonds verwaltet. Ein Vierteljahr seit dem Start am 1. April ist klar, dass die Bevölkerung hinter dem Vorhaben steht. Vier Fünftel der Haushalte beantragten bereits den „Haushalt-Bonus“, den der Stromspar-Fonds jährlich auszahlt. Erstmals werden vor Ablauf der Jahresfrist rund zehn Millionen Franken erstattet. Mit weiteren dreissig Millionen, dem „Arbeitsplatzbonus“, können die Wirtschaftsbetriebe rechnen. Dafür liegen bereits Anträge von einem Drittel aller Firmen und Selbständigen vor. Der Verantwortliche, Marcus Diacon, im Amt für Umwelt und Energie (AUE) urteilt: „Ein voller Erfolg“.

 Und so funktionierts: eine Familie mit vier Kindern kann mit 175 Franken Rückerstattung rechnen. Pro Person 35.- Franken und zusätzlich einen einmaligen, nicht kumulierbaren Betrag von weiteren 35.- für das laufende Stromabonnement. Ein Alleinstehender erhält demnach 35.- Bonus sowie das Strom-Abo ausbezahlt. Der  unproblematische Rücklauf der verschickten Antragsformulare zeigte, dass die Botschaft verhältnismässig klar begriffen wurde. Marcus Diacon glaubt sich verstanden: „Wir haben hart gearbeitet, die Formulare so einfach wie möglich zu gestalten“.

 Unwesentlich schwieriger ist es für die Wirtschaftsbetriebe: Jeder Arbeitsplatz – innerhalb der geografischen Grenzen Basels – wird maximal mit je 486 Franken vergütet. Beispiel: ein Gewerbebetrieb mit fünf Millionen Lohnsumme erhält rund 25'000 Franken ausbezahlt. Bemessungsgrundlage ist diejenige Lohnsumme, die bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) versichert ist. Selbstständige werden - mangels anderer Grundlagen - am AHV-pflichtigem Einkommen bemessen und entschädigt, maximal aber mit 486 Franken. Mit anderen Worten: der Stromspar-Fonds erstattet der Wirtschaft 0,5 Prozent der ALV-Kosten.

 Die ganz grossen Basler Unternehmen mit Strom-Spezialverträgen sind ausgenommen von der Lenkungsabgabe und Elektrizitäts-intensive Betriebe geniessen Sonderregelungen, die deren Wettbewerbsfähigkeit wahrt. Kurz gesagt: Im grossen und ganzen wird Lohnarbeit in Basel billiger, nicht aber Energie  – eines der wichtigsten Grundsätze des neuen Basler Energiegesetzes, mit dem der Stromspar-Fonds ins Leben gerufen wurde. Dem angesehenem Kommissionspräsidenten, FDP-Politiker Fritz Weissenberger wurde am Schluss für die gesetzgeberische Arbeit viel Lob gezollt.

 Der Stromspar-Fonds verwaltet die Gelder aus der neuen Lenkungsabgabe auf Elektrizität. Diese Lenkungsabgabe bemisst sich pro Kilowattstunde Haushaltsstrom auf 17,5 Prozent. Wirtschaftsbetrieben wird 27,5 Prozent pro Kilowattstunde verrechnet. Eine neue Steuer, die sich die Basler auferlegt haben? Das neue Modell der Elektrizitätspreislenkung funktioniert unmerklich für die Baslerinnen und Basler - da die Industriellen Werke Basel (IWB) einen der günstigsten Strompreise der Schweiz offerieren. Ansonsten, ohne Bonus, hätte man in diesem Jahr den Strompreis um den Betrag der Lenkungsabgabe senken müssen, was zu einem energiepolitisch unerwünschten Signal in Basel geführt hätte.

 Im Gespräch akzentuiert Marcus Diacon den Reiz der vollumfänglichen Rückerstattung der Lenkungsabgabe noch: selbst der verhältnismässig geringe Verwaltungsaufwand (knapp zwei Stellen) wird aus den Zinsen des Fonds berappt ohne die eingezahlten Lenkungsgelder zu belasten...

Weltweite Steuergerechtigkeit mit Öko-Steuer

 Was ist die Öko-Steuer? Wenn die Grundrohstoffe (Erdöl, Kohle) so teuer wären, wie sie durch die Allgemeinheit bezahlt werden in Form nachträglich offenbarer Gesundheits-, Umwelt-, und anderer Reparatur-(„externer“)Kosten, sähe die Welt anders aus: Waren, die spottbillig vom einem Ende der Welt zum anderen gekarrt werden, wären gar nicht mehr so billig.

Natürlich gibt es hierzu Einschränkungen: z.B. wie wird die Welt-Solidarität gewahrt? Wer sind die Gewinner und Verlierer? Ein Wechsel zur Ökosteuer müsste zudem langfristig durchgeführt werden (Fachleute reden von bis zu 30 Jahren). So wird ersichtlich, dass der Basler Strombonus im Prinzip auf den grundsätzlichen Überlegungen der Ökosteuer beruht, Energie zu verteuern und dafür Lohnkosten zu entlasten

Zurück zur Startseite Seitenanfang

Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1