Dreieckland StromReport / SolarKraft (akt. 10.07.2004 ) Pressebüro © Marc Gusewski

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15.12.03 Sarasin Sustainable Solarstudie 2004 weiter

25.8.03 Mit Solarkochern Klima und Wälder retten weiter

6.5.03 Solar-Initiative: Punktesieg für Regierung weiter

18.2.03 Kommission gibt Vorschlag an Regierung zurück weiter

8.11.02 BL Ökostrom-Lichtblick ohne Durchblick weiter

28.6.02 BL Solarstrom zwischen Hoffnung und Horror weiter

21.06.02 „Licht in die Hütten“ weiter

8.4.02 Politix: Solarstrom zwischen Konflikt und Konsens weiter

5.12. Reinach / BL greift nach Sternen-Strom - erste Gemeinde mit Solarstrom im Gemeindezentrum weiter 

31.10. SAG mit durchwachsenem Ergebnis weiter

30.10. Solarstrom für 2051 weiter

30.10. Fussballstadion St. Jakob, Basel: 150 kW Anlage auf dem Stadiondach eingeweiht weiter

BL Pionierleistungen übertreffen Schweizer Durchschnitt weiter

Initiativkomitee Baselbieter Energieinitiativen weiter

Solarkultur-Rekord weiter

8.7. Ökozentrum hilft mit Sonne gegen Kosovo-Energiekrise weiter

Sparbuch mit Öko-Strombonus weiter

Zentrum des Sonnenstrom-Systems: Gugger-Sunne weiter

Energiepolitik-Rekord

 

Im Osten geht die Sonnenenergie auf

15.12.03 Mit zweistelligen Wachstumsraten bis Ende des Jahrzehnts ist bei der Solarenergie weiterhin zu rechnen, registriert eine Studie des Sarasin Sustainable Investments. Solarthermie erstmals berücksichtigt. China und Japan im Augenmerk.

Basel. Dispers, vielfältig, komplex; aber ein Wachstumsmarkt in zweistelligen Raten, so präsentiert sich die Nutzung der Solarenergie weltweit. Dies gemäss der neuen Solarenergie-Studie des Sarasin Sustainable Investment in Basel (für SFr 50.-Schutzgebühr bei der Bank erhältlich). Die vorliegende Analyse ist bereits die vierte seit 1998. Erstmals nahm das Sarasin-Sustainble Team die Solarwärmeerzeugung ins Visier. Sie friste zu Unrecht ein Schattendasein in der öffentlichen Wahrnehmung.
Energiewirtschaftlich und technologiepolitisch geniesst die Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie weiterhin ein Hauptinteresse: in den letzten Jahren erreichte das weltweite Wachstum durchschnittliche 40 Prozent. Das Produktionsvolumen im Jahr 2002 dürfte bei 560 Megawatt (MW) gelegen haben (die Hälfte der Leistung eines Atomkraftwerks). Gerechnet wird mit etwa 780 MW in dem sich dem Ende zuneigendem Jahr. Japan und Deutschland sind die Leistungsträger, gefolgt von den USA. Massgeblich ist die Förderpolitik der Industriestaaten, die dieser Technik auf die Beine hilft. Zuverlässig ist dabei Japan, in Deutschland gab es leichte energiepolitische Irritationen, die einen Unterbruch der Wachstumskurve hervorriefen, aber wieder überwunden erscheinen.
Die wichtigsten und dominanten Hersteller sind japanische Unternehmen wie Sharp, die Nummer 1, Kyocera, Sanyo, Mitsubishi, aber auch BP Solar, weltweit Nr. 2, und Shell. Diese Hersteller bauen ihre Kapazitäten derzeit aus, wenn auch weniger umfangreich als zumeist angekündigt. Technologisch bewährt ist und bleibt die Silziumphotozelle-Technik die Nr. 1 im Vergleich etwa mit der Dünnschichtzelle. Die Herstellung der Module, „der Zellenblock“, wird sich aus Kostengründen in Schwellenländer verschieben. Dies konnte bei deutschen Herstellern beobachtet werden. Dennoch werden die Industriestaaten weiterhin massgeblich sein, weil den Entwicklungs- und Schwellenländern das Kapital zur vielfachen Photovoltaik-Anwendung fehlt, obwohl sie fernab der Leitungsnetze finanziell Sinn macht.
Der andere Solarenergie-Zweig ist die Herstellung der Solarwärme für Heizung, Warmwasser, oder auch Hauskühlung (nach dem „Kühlschrank“)-Prinzip (Solarkollektoren). Mit 1000 Herstellern und 100'000 Beschäftigten ist China heute der grosse, unbekannte Riese dabei. 56 Prozent der 75 Millionen Quadratmeter betriebenen Solarkollektoren sind hier installiert. Es stimmen mittlerweile Qualität und Preis, so dass chinesische Produkte mit denen der Industriestaaten konkurrieren können. Pro Jahr spart ein Quadratmeter Kollektor 60-80 Liter Heizöl. Ein Hoffnungsträger ist vor allem die Raumkühlung im Sommer, hier ist Österreich Leader. Der Solarkollektorenmarkt wächst im zweistelligen Bereich; bis 2010 um ca. 22 Prozent pro Jahr. Mit der Konsolidierung der Branche könnte sie für Anleger interessant werden. Heute sind die wenigsten unabhängigen Solarfirmen an Börsen kotiert.

Mehr über die Bank Sarasin: Von "Schweizerhalle" zu Öko-Milliarden weiter

 

Mit solarem Kochen die Klimabombe entschärfen

25.8.03 Der Baselbieter „Solarkocher-Förderverein“ ist aktiver Teil einer Welt umspannenden, vorwiegend ehrenamtlichen Bewegung. Dank der globalisierten Klimapolitik wächst das Interesse an den Aktivitäten der Solar-Drittweltaktivisten.

Hölstein. Der Schrecken steht Regula Ochsner noch ins Gesicht geschrieben. „Das war nicht mehr meine Insel.“ Madagaskar fand sie seines Antlitzes beraubt. Nach Jahren in der Entwicklungshilfe hatte sie die viertgrösste Insel der Erde Anfang 70er Jahre verlassen. Sie wähnte sie auch noch im Dschungel, als sie Mitte 90er zu einer Visite zurückkehrte. Was sie erblickte, erzählt sie, war Wüste und Grasland. Waldraubbau ist der einzige Ausweg für Unterprivilegierte, sah sie, dieser an Naturschätzen reichen, aber wirtschaftlich allerärmsten Region. Als Familientherapeutin ist Ochsner Krisen gewohnt. Sie gab sich unverzagt. Sie suchte aus innerem Anstoss Auswege, den Wald zu retten. So kreuzte sich ihr Weg mit dem Hölsteiner Solarkoch-Ehepaar Eduard und Verena Probst sowie dem Sissacher Solar-Drittweltaktivisten Fredy Wirz, die von sich aus und fast nur mit eigenen Mitteln für ihre Ideen kämpfen.

Eduard und Verena Probst zählen mit mittlerweile 20 Jahren Erfahrung zu den Pionieren der Schweiz im Umgang mit Solarkochkisten. Der Hölsteiner erwärmte sich nach einem Sahara-Besuch für die Methode. Zu helfen mit der eigenen Hände Arbeit ist dem Sozial-Arbeiter und Handwerker tägliches Brot. Der heute 78-jährige ist von altem Schrot und Korn. Wo er Not sieht, packt er zu. Worte darüber zu verlieren ist unnötig. Überflüssig zu erwähnen, dass Probst seine Kochkiste im sozialtherapeutischen Milieu der Werkgruppe Hölstein entwickelte. Hier betätigen sich Ausgesteuerte und Arbeitslose. Das ist globalisierte Weltwirtschaft von Unterprivilegierten für Unterprivilegierte, gesponsert von Transportunternehmen und z.B. der Basler Zeitung, die auch schon ausgediente Alu-Offsetdruckplatten zur Verfügung stellte. Die dienen Probst als hochwertiges Reflektormaterial.

Graswurzel-Aktivisten helfen dem Süden

Beide Basel sind reich an Initiativen für die Solar-Energie, am nächsten Sun21-Kongress in der Stadt z.B. trifft man sich. Zum reichen Spektrum dieser unermüdlichen Graswurzel-Aktivisten zählt traditionell die Solarkocherei. So auch für den Sissacher Fredy Wirz. Er hat führt in Mali ein Projekt durch. Mit Solarkochen und Solarstrom-Pumpen hilft er den Menschen dieser Wüstenregion.

Rein oberflächlich betrachtet, ist das Kochen mit der Kochkiste für den Süden der Welt ideal. Beispielsweise Madagaskar hat eine ungefähre Weltspitzen-Sonneneinstrahlung von über 245 Watt pro Quadratmeter, übers Jahr gemessen (ein Bügeleisen heizt mit 750 bis 1000 Watt). Das Baselbiet, zum Vergleich, abgesehen von Spitzenwerten, knapp die Hälfte. Unterm Glas entwickeln sich leicht Temperaturen von 160-220 Grad Celsius, genug zum Kochen und Garen. Dieser Effekt ist uralt bekannt. Systematisch diesen auszunutzen begann der Genfer Horace Bénédict de Saussure erst vor 240 Jahren. Genährt durch die Erd- und Klimakrise, erfuhr diese Idee neue Verbreitung. Weltweit sorgen unzählige Grasswurzel-Aktivistinnen und Aktivisten für deren Verbreitung – denn für Industrie und Gewerbe ist das Interesse an dieser im recht eigentlichen Sinne primitiven, und wenig wertschöpfenden Arbeit minimal. So lässt sich erklären, weshalb vor allem kantige Charakterköpfe und drahtige Individualisten als Akteure auf diesem Feld auszumachen sind.

Solarkochkisten statt Mikrowellen?

Aber die Menschen im Süden finden eine Mikrowelle schicker als eine Solarkochkiste, die auch hier als verschroben gilt. So findet sie vor allem bei denjenigen dankbaren Anklang, die nichts mehr zu erwarten haben. Hier hilft etwa Regula Ochsner, speziell im armen Süden diesen Landes. Denn die Kochkiste erfordert Umgewöhnung: Änderungen im Lebensstil. Der Einsatz will geplant sein, und Planung verlangt vorausschauendes Tagwerk. Ein Holzfeuer ist vordergründig bequem und der Urwald gratis, gegessen wird abends. Ein Teufelskreis fürs Erdklima: Verödung erhitzt das Klima, offenes Feuer setzt Treibhausgase frei, und so fort. Der Energieeffizienz eines Holzfeuers liegt bei weniger als zehn Prozent. Aber warum sollen die Menschen im Süden für die Bequemlichkeit derer im Norden mit organisatorischen Umtrieben zahlen?

Einen Ausweg sieht Roland Baumann (Ziefen), der am Samstag von Eduard Probst das Präsidium des Hölsteiner Fördervereins für Solarkocher übernehmen wird: „Mit der Klimapolitik wird es interessant, auf erneuerbare Energien umzusteigen.“ Baumann sagt dies vor dem Hintergrund neuer Klimazertifikate gemäss Kyoto-Protokoll. Die Idee ist eine globalisierte Anti-Treibhaus-Politik. Damit es sich für den Süden lohnt, die Solarenergie auch zu nutzen. Er könnte die so eingesparte Treibhausgasmenge dem Norden als Lastschrift in Rechnung stellen. Dies wäre solidarisch, so die Überzeugung, hilft die weltweite Sonnenenergieernte zu optimieren, und vervielfältigt durch den Hartwährungseinsatz seinen Effekt in Ländern mit niederschwelligen, hochinflationären Ökonomien, wie eben auch Madagaskar.

Wieso sollte der Süden für Bequemlichkeit blechen?

„Es muss sich für die Betroffenen lohnen, ihren Urwald zu erhalten“, sagt Roland Baumann. Wieso sollte der Süden seinen Dschungel grossflächig konservieren und mit ihm wirtschaftlich uninteressante Fauna, wenn z.B. vereinzelte Wölfe ausreichen in einem der reichsten Länder der Welt politisch brisant zu sein? Der Erhalt der tropischen Regenwalds, weltweite Klimavorsorge, die Solarkochkiste, und die Baselbieter Graswurzelaktivisten schlagen zum ersten Mal Brücken über tiefe, unterschiedliche Auffassungen zu einer globalen Weltinnenpolitik. Mit Solarenergie wären auch Kühlkisten denkbar, eine neue Anwendung. Regula Ochsner glaubt: „Es ist unsere Aufgabe als privilegierten Menschen, hier zu helfen. Auch für uns selbst.“

Postcheckkonto Förderverein: 40-195623-3.

 

Solar-Initiative: Punktesieg für Elsbeth Schneider

 

6.5. SONNENSTROM-POLITIK / Mit 7 zu 5 Stimmen empfiehlt die Umweltschutz- und Energiekommission (UEK) Elsbeth Schneiders Gegenvorschlag zur Solar-Initiative, ohne auf die Kritik des Initiativ-Komitees einzugehen.

 

LIESTAL. Auch nach vorliegender Empfehlung der landrätlichen Umweltschutz- und Energiekommission (UEK) wird der regierungsrätliche Gegenvorschlag wahrscheinlich erst nach der Sommerpause, also vom neuen Landrat, behandelt werden. Ursache: Überfrachtete Tagesordnung des Landrats.

 

Politisch hat Regierungsrätin Elsbeth Schneider durch die Zustimmung der landrätlichen UEK zu ihrem Gegenvorschlag einen Punktesieg über die Befürworter der Initiative errungen. Denn auch nach der Beratung ihres Gegenvorschlages im parlamentarischen „Expertengremium“ bleibt die konkrete Umsetzung der damit verbundenen Ideen nebulös.

 

Einerseits will der Kanton den „Markt spielen“ lassen. Die Inanspruchnahme und Entschädigung ökologischer erzeugter Elektrizität ergo denjenigen Menschen überbinden, die sich zur Bezahlung des Allgemeingutes Umwelt („greenpricing“) moralisch verpflichtet fühlen. Der Regierungsrat verzichtet also auf ein in der Strombranche anerkanntes Prinzip, die allgemeinübliche „Kostenwälzung“. So werden z.B. die hohen Atomstromkosten auf die niedrigen Stromgestehungskosten der Wasserkraft aufs allgemeine Niveau „gewälzt“, ansonsten wäre dieser in der Schweiz unverkäuflich.

 

Andererseits will der Kanton einen „budgetierbaren Prozess“, um überhaupt halbwegs messbare Werte zu erhalten: Wie er sich das genau vorstellt, wurde der UEK in ihren Beratungen etwas ausgefeilter als in der Landratsvorlage mitgeteilt: Jährlich verkaufen die Elektra-Genossenschaften bereits an freiwillige, aufpreiswillige Strombezüger Ökostrom. Diese Ökostrommenge, gemäss Angaben und Verkaufsanstrengungen der Stromverteilerinnen, deklariert die Energie- und Umweltdirektion neu zum „Markt“. Ein Erfahrungswert vergangener Jahre wird neu von der Hauptabteilung Energie im Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) für eine zukünftige Marktmenge zugrundegelegt und stets fortgerechnet.

 

Nach nüchterner Analyse bleibt der Schluss, dass im Grunde genommen so bleiben muss, wie es schon heute funktioniert – die Ökostrommenge entwickelt sich nach Massgabe der Elektras, ihrer Kunden bzw. deren Öko-Opfermut. Auch die UEK musste offen lassen, wozu es den regierungsrätlichen Gegenvorschlag braucht, abgesehen vom (Un)wert symbolistischer Politik.

 

Andererseits verspricht die Bau- und Umweltschutzdirektion zukünftigen Ökostromerzeugern, und das wäre das Neue, im Kanton volles Entgelt für ihre Aufwändungen. Wenn dafür aber nicht die traditionell übliche Stromkostenwälzung in Frage kommt, was dann? Die Kantonskasse! Neu will die Hauptabteilung Energie im Notfall, wenn zuwenig Ökostrom gekauft wird, selbst tätig werden. Sie will mit Anreizen die Leute zum teureren Ökostromverbrauch anreizen. Z.B. gibt es dann so etwas wie Solarstrompunkte oder moralisierende Verhaltenskampagnen etwa analog den Stop-Aids- und Stromspar-Kampagnen. Der Haken: Dieses Geld für Anreizsysteme muss erst vom Landrat bewilligt werden. Ohne diesen Kredit führt der Gegenvorschlag ein Unleben mit nahezu Null Wirkungskraft. Auch darüber schweigt sich die UEK aus, wie in Zeiten knapper Staatskassen mit ihrer Vorgabe überhaupt ernsthaft etwas ins Laufen kommen soll.

Externer Link: UEK-Kommissionsbericht (folgt erst)

In Luzern soll eine Ökostromumlage eingeführt werden weiter

 

Licht in die Hütten“

 

21.06.02 Solarenergie-Fan Hans Weber erklärte in Frenkendorf, was nachhaltiges Engagement bedeuten kann. Solar-„Licht in die Hütten“ bringt weltweit Wohlstand.

 

Frenkendorf. Als tiefempfundenes Anliegen präsentierte Hans Weber sein - und das Engagement seines Arbeitgebers, der Basler Bank Sarasin, für die aktive Nutzung der Sonnenenergie und ökologisch-ökonomisch nachhaltigen Wirtschaftsstil. Weber sprach am Freitagabend vor der „Fränkendörfer Sunne“, die eine Solarstrom-Genossenschaft unterhält. Die Gewinnung von Strom, Raum- und Heizwärme aus der Sonneneinstrahlung verzichtet auf Naturverbrauch, stiftet mehr Arbeitsplätze als konventionelle Energien bei viel höherem sozialem und Umweltnutzen, und erlaubt technischen Fortschritt. Hans Weber sagte: „Die ungeahnten Möglichkeit der Solartechnik haben mich von Anfang an begeistert.“

Weber engagierte sich früh an seinem Arbeitsplatz für ökoeffizientes Wirtschaften. Heute ist die Bank Sarasin, die den Impuls des engagierten Ettingers aufnahm, in Europa führend bei der Verwaltung ökologisch-ethischer Anlagegelder im Wert von ca. 2,5 Milliarden Franken. Das ist fast die Hälfte aller in der Eurozone solcherart angelegter Gelder. Zudem engagierte sich Weber und sein Freundeskreis für die grösste Baselbieter Solargenossenschaft: die Gugger-Sunne in Ettingen. In zehn Jahren sei ein enormer technischer Fortschritt zu verzeichnen gewesen. Sonnenenergie wo immer möglich zu nutzen, sei ein Gebot der Stunde, sagte Weber. Er verwies auf den grossen Nutzen für die unterentwickelten Länder, die dank Solartechnik verhältnismässig günstig an modernen Errungenschaften teilhaben könnten. Er zitierte aus einer Studie: „Bringt Licht in die Hütten, dann steigt der Bildungsgrad und der Wohlstand.“

David Stickelberger, Geschäftsführer der Organisation Swissolar, sieht eine Antwort auf die drängenden Fragen der Zeit, „Treibhaus-Effekt“, Arbeitsplatzschaffung, Energievebrauchsminderung, durch die Energie von der Sonne. Für einen geringen Aufpreis sei viel Wirkung erzielbar. Stickelberger empfahl den Frenkendorfern, das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) anzunehmen, über das am 22. September abgestimmt wird, da es der Astroenergie einen Schub verleihen könne.

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Reinach greift nach Sternen-Strom

5.12. Ihr Energie-Engagement lässt die Gemeinde Reinach/BL als beispiellos umweltfreundlich im Kanton erscheinen. Das neue Gemeindezentrum wird als erstes mit "Solarstromcontracting" ans Netz gehen - ein Griff nach den Sternen, neben weiteren Ökoenergie-Taten.

Reinach. "Wir bewegen Reinach qualitativ und nicht quantitativ." Mit diesen Worten begründete Gemeindepräsidentin Eva Rüetschi am Mittwoch ihren jüngsten Griff - nach den Sternen: das einfallende Licht des Sonnengestirns soll herangezogen werden zur Solarstromproduktion - auf dem Dach des Verwaltungsneubaues. Diese Anlage, finanziert durch die Liestaler Adev Solar AG, entspricht zwei Prozent des Gemeindeverwaltungs-Elektrizitätsverbrauchs. Sie geht August 2002 ans Netz.

Neu ist die gewählte Ausführung, so Gemeinderat Urs Hintermann. Die soeben revidierten, und auch umweltverträglichen Stromlieferverträge der Gemeinde mit der Elektra Birseck (EBM), erlauben jährliche Einsparungen von ca. 24'000 Franken. Handkehrum wird dieser Betrag ökologisch umgewidmet zur Solarstrom-Gewinnung, die etwa 89 Rappen/Kilowattstunde verursacht. Die 27 Kilowatt-Fotovoltaikanlage selbst wird durch die, aus einer Ausschreibung siegreich hervorgegangene Energieexpertin Adev, mit einem Teilbeitrag kantonaler Energieförderung, finanziert und bewirtschaftet.

Als "modellhaft und wegweisend" für die Gemeinden im Kanton, lobte namens der Adev-Geschäftsführer Eric Nussbaumer Reinach und deren Schritt zum "Solarstromcontracting." Es müsse heutzutage eine umwelt- und energiepolitische Selbstverständlichkeit sein, Neubauten auch bioenergetisch auszustatten - doch davon sei trotz vielfältiger Öko-Bekenntnisse in der Regel wenig zu sehen. "Wer bei Neubauten nachdenkt", so Nussbaumer, "wird mehr tun als den Hausanschluss zu bestellen."

Die Sonnenlichternte auf dem Gemeindezentrum ist vor dem Hintergrund der Bemühungen Reinachs um die "Energiestadt"-Klassifizierung zu sehen. Wie Eva Rüetschi und Urs Hintermann betonten, stehen für das laufende Energieprogramm rund eine halbe Million Franken zur Verfügung. So können Reinacherinnen und Reinacher - als Pioniertat im Landkanton - sich einen Drittel des Kaufpreises von Ökostrom rückvergüten lassen (Tel. 717 01 71). Auf Antrag, und vor dem Baubeginn (!), erhalten Bauherrschaften ferner für ihre Energie-Massnahmen erhebliche Zuschüsse.

Gemeinderat Urs Hintermann entfaltete beim "Energiestadt"-Programm einen Fächer von Massnahmen: Architekten und Bauherren wurden angesprochen; der stromsparende Wasserkonsum ins Bewusstsein gerückt; das FC-Clubhaus mit Solarduschen bestückt; die "Schoolhouse Company" entschwendete mit detektivischem Spürsinn die Beleuchtung, und für das globale Umweltklima verhalf man dem polnischen Kamien Pomorski zur Energie-Fitness. Dass die deregulierte Elektrizitätslieferung zur naturgerechten Aufhellung des Strommixes ausgenutzt wurde, war, so Hintermann, "eine Selbstverständlichkeit." Bereits pflanzte man einen rund fünf Meter hohen Ahorn in der Hauptstrasse an, den es geschenkt gab. Diese Bäume gibt die EBM grossen Ökostrom-Abnehmern als Treueprämie ab.

Solarstrom-Anlagen sind seit ca. 20 Jahren Gegenwartstechnik, die auf Siliziumhalbleitertechnologie beruhen. Sie fanden zuerst in der Raumfahrt Anwendung, seit Ende 70er in den USA auch terrestrisch. Im Kanton wurde die erste grosse Anlage 1988 installiert. Ihre hohe Umweltfreundlichkeit hat allerdings ihren Preis, dafür entlasten diese Tageslichtgeneratoren erheblich die übergeordneten Stromnetze und ersetzen den geringer umweltfreundlichen konventionellen Strom-Mix.

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Solarstrom AG mit durchwachsenem Ergebnis 

4. Aktienkapitalerhöhung durch Formfehler gescheitert, Ergebnis vor Steuern ist ein (erwarteter) Verlust von 2,5 Mio, konsolidierter Umsatz bei 5 Mio DM - SAG Solarstrom AG, D-Freiburg legt dritten Jahresabschluss vor

31.10. Im abgelaufenen Jahr errichtete die SAG Anlagen von 2300 Kilowatt, wovon 250 je in der Schweiz und Österreich. Mehr als bisher soll das "Solarprivat"-Angebot verstärkt werden, das Haushalten Solaranlagen komplett mit Finanzierung und Baugesuchsformalitäten anbietet, abzahlbar in zehn Jahren. Die Entwicklung der Aktie wird im Jahresbericht als "positiv" gesehen. Das Eigenkapital von rund 35,5 Mio. DM verteilt sich auf ca. 7 Mio. Inhaberaktien. 

Die Entwicklung wird nachwievor durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geprägt. Es sichert Solarstromanlagenbetreibern kostendeckende Vergütung zu, bei der SAG betrifft dies Anlagen von 2717 Kilowatt. Die Erstellung eigener Solargeneratoren soll zugunsten des Privatgeschäftes  etwas in den Hintergrund treten, um der verhältnismässig grossen, bisherigen Kapitalbindung entgegenzutreten. Allerdings zeichnet sich in Deutschland ein gebremstes Wachstum für Solaranlagen ab: die meist importierten Zellen sind wegen des Dollarkurses relativ teurer geworden, die Wartefristen nehmen zu, die Investitionslust nimmt ab, und die Fördermechanik des 100'000 Dächer-Programmes, wovon der gegenwärtige Boom stark lebt, ist kompliziert. 

Die SAG, die mit der Freiburger Solarfabrik verbunden ist, sieht jedenfalls optimistisch in die Zukunft. Grössere Anlagen hat sie in der Region: zum Beispiel auf dem Maschinenhaus des Rheinkraftwerks Wyhlen (vis-a-vis von Augst) sowie die zweitgrösste Basler Anlage auf den Dächern der Pro Rheno. Mit 441 Kilowatt ist der Tageslichtstromgenerator der Neuen Messe in Freiburg einer der grössten im Dreiland. Internet

 

Solarstrom für 2051

30.10. Solarchemie macht Sonnenenergie bis in spätestens 50 Jahren transportfähig und speicherbar.  

Liestal. "Energieforschungen sind wie Bergtouren", scherzte Marcel Sturzenegger vom Paul Scherrer-Institut (PSI, Villingen) am Mittwoch in Liestal. "Drauf los rennen nutzt nichts, sondern zeitiges aufstehen". So ist es im Fall der Solarchemie, sagte Sturzenegger. Sie könnte irgendwann, so ca. in 50 Jahren, zur Energieversorgung beitragen. Solarchemie nutzt Solarenergie zur Bereitstellung neuer (chemisch erzeugter) Brenn- und Kraftstoffe.

Sturzenegger, Solar-Energieforscher am PSI, sieht durch die Kombination von Sonne und Chemie die Nachteile der Tageslichtnutzung ausgeglichen: (technisch gesehen) geringe Energiedichten des Tageslichtes sowie die Standortabhängigkeit (Tag-Nacht, Wetter, Klima). Chemie mit Solarenergie, hiesse, nach Sturzenegger, mit Erdgas vergleichbare Brenn- oder Kraftstoffe herzustellen und verfügbar zu halten. Sonnengestirnskraft käme so in Frage für hochtechnische Anwendungen und solche, jenseits der Orts-, Klima- und Wettergegebenheiten. 

Sturzenegger verfolgt diese Lösung mit gewöhnlichem Zinkoxid, das in einem Reaktor förmlich "gegrillt" und dafür praktisch als neuer Energieträger (bzw. seine Bestandteile) eine breite Nutzung erfahren könnte.

Der Solarreaktor-Prozess dient vorab zur Elektrizitätserzeugung, da massiv Temperatur anfällt. Denn das Herz der Anlage ist ein Spiegelfeld sowie der eigentliche Reaktor, auf den das Spiegelfeld gerichtet ist. Spiegelfelder, zum Beispiel aufgestellt im Äquator-Wüstengebiet, bündeln die Sonnenhelle und spiegeln es (wie eine Brennlupe) punktgenau in das Hi-Tech Reaktionsgefäss. Diese Gluthitze und das dem Reaktor zugeführte Zinkoxid (ein weissliches Pulver) reagieren. Die Reaktionsprodukte werden gewonnen, thermisch und stofflich verwertet. Von solchen Wüstenstationen könnte unter anderem Strom über Gleichstrom-Hochspannung praktisch verlustfrei nach Europa geführt werden (wie heute z.B. das Erdgas über zig-tausend kilometerlangen Rohre verfügbar wird). Jedenfalls erlauben die Prototypforschungen des PSI das von Sturzenegger geschilderte Szenario. Haupt-Knackpunkt dieser Anwendung liegt in der Beherrschung des Reaktorprozesses, der ungeahnte Anforderungen an Werkstoffe und Systembeherrschung stellt.

http://solar.web.psi.ch/daten/projekt/synmet/synmet.html

 

Fussballstadion St. Jakob, Basel: 150 kW Anlage der Adev Solar AG auf dem Stadiondach eingeweiht 

30.10. Solarstrom symbolisiert die Energiewende und liefert nebenbei Strom.  

Aber nur: "wenn die Rahmenbedingungen stimmen", wie Eric Nussbaumer, Geschäftsführer Adev Solar AG, Liestal, betont.

Wie nirgends sonst in der Schweiz, stimmen eben diese  Rahmenbedingungen in Basel, so Jürg Hofer (Leiter Amt für Umwelt und Energie). Neue Energietechniken, wobei sich Solarstrom als zugkräftigstes Paradepferd entwickelte in der öffentlichen Wahrnehmung, werden durch die Förderabgabe des Energiespargesetzes von 1983 auf die Planungsagenda gesetzt. Die Solarstrombörse des novellierten Energiegesetzes sieht zudem einen jährlichen Kapazitätszubau von 300 kW vor, der jeweils durch langjährige und kostendeckende Stromabnahmeverträge Bestandsschutz erhält 

In Basel existiert eine grössere Nachfrage nach Solarstrom als das Angebot, was in der Region sonst nicht der Fall ist. Die Industriellen Werke Basel, eine Dienstabteilung der Stadt, vermarkten die durch die Solarstrombörse verpflichteten  Stromüberschüsse per Ökoangebot. Ca. 3500 Kunden werden bereits nach einem halben Jahr gezählt

Die Anlage ist eine Vorzeigestück für Solarzellen des Herstellers Kyocera. Die Ausführung besorgte Christian Meier vom "Energiebüro Zürich". Meier versah sie mit 5 Wechselrichtern (Solarmax 30) und rechnet mit einem Ertrag von 130 000 kWh/p.a. Sie kostete 1,8 Millionen Franken, wovon 0,85 Mio. durch die kantonale Förderung und 0,65 Mio. durch die Adev Solar AG aufgebracht wurden. 

Die Adev-Gruppe, gegründet 1985 mit Sitz in Liestal, ist eine unabhängige Grünstrom-Erzeugerin mit Kleinwasser-, Wind-, BHKW- sowie Solarkraftwerken an zahlreichen Standorten der Schweiz (sowie einer Windanlage im Schwarzwald). Das Kapital der Adev, die hauptsächlich als Genossenschaft organisiert ist, wird durch ökologisch-ethisch orientierte Geldgeber aufgebracht.

Basel-Landschaft: Solarstrom mit ungewissem Horizont weiter
Eric Nussbaumer: Was sind Rahmenbedingungen? weiter
Wie strömt's öko???

 

 

Solarstrom-Pionierleistungen übertreffen Schweizer Durchschnitt

Antwort Initiativkomitee Baselbieter Energieinitiativen weiter

20.10.01 Vor zehn Jahren wurde im Unterbaselbiet das erste Solar-Programm einer Elektrizitätsorganisation aufgelegt: seither hat die Elektra Birseck, in Kilowattstunden gezählt, passend zum zehnten Jahr "Sonnenstrom", die Millionenschwelle der Erzeugung überschritten. Zudem plant der Kanton Neuerungen.

Das Baselbiet soll ein neues Solarstrom-Förderprogramm erhalten, kündigte Regierungsrätin Elsbeth Schneider am Samstag im Rahmen einer Feier der Elektra Birseck (EBM) an. Erzeuger als auch reine Solarstrom-Konsumenten sollen es als "sehr attraktiv" wahrnehmen. "Partnerschaftlich" mit den Elektro-Verteilerinnen Elektra Birseck (EBM) und Elektra Baselland (EBL) werde das Programm vom Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) ausgearbeitet. Solarstrom sei als Teil eines "nachhaltigen Baselbiets" zu sehen. Grünstrom-Konsumentinnen und Konsumenten setzten bereits heute eine ökologischere Stromproduktion in Bewegung, lobte die Regierungsrätin in ihrer Festansprache vor mehreren Dutzend geladenen Gästen.

Ein "Breitenprogramm" für ökologischen Strom ist das Programm "EBM Solar", sagte Regierungsrätin Elsbeth Schneider und beglückwünschte die Verteilerin zu ihrem Engagement. Diese lancierte ihr Programm 1991 - als erstes Elektrizitätswerk in der Schweiz. Daran erinnerte Thomas Wälchli. Eine Million Kilowattstunden Solarstrom erntete man seither vom Tageslicht. Das genügt, je nach zugrundegelegten Zahlen, für den Jahresverbrauch von 270 bis 400 Haushalten. Dies Engagement belief sich bisher auf drei Millionen Franken für eigene Anlagen als auch Beteiligungen, z.B. in Solar-Genossenschaften.

Mit durch das EBM-Solarprogramm, liegt das Baselbiet weltweit an der Spitze der Alltags-Solarstromnutzung, dividiert man die installierte Zellenfläche auf die Einwohner. Im Netzgebiet sind es 2,2 Watt. Die Schweiz bringt 1,8 Watt pro Kopf auf den Zähler. Mehr als die eigenen Solaranlagen zählte, dass die Elektra Birseck ihr "Clearing" errichtete - gestützt auf ihr Netz und ihre Vormachtstellung, übernahm die Elektra als privates Unternehmen die Vermarktung zahlreicher Solar-Kilowattstunden dritter Erzeugerinnen und Erzeuger, die sogenannten überschüssigen Solarstrom ins Netz einspeisen. Zum Beispiel die Ettinger Genossenschaft "Gugger-Sunne". Damit nahm die Elektra die Solarstrombörsen vorweg, die heute in Basel, Zürich, Bern und andernorts die Förderung von Solarstrom zur Aufgabe haben. Während dort der Jubel über die Zuwächse anhält, gibt sich die EBM durch ihre zehnjährige Pioniererfahrung allerdings nüchterner: der von der EBM vermittelte Ökostrom wird nur teilweise abgesetzt. Wälchli liess durchblicken, dass die bisherigen Grünstrom-Strukturen durch die Elektrizitätsmarktliberalisierung einer Überprüfung unterzogen werden müssten.

Bereits als Folge des wettbewerbsorientierten Strommarktes, präsentiert die EBM eine ganze Palette von Ökostrom. Unter "Rainbow Power" gibt es Baselbieter Sonnenstrom, Wasserkraft von Dornach-Brugg und/oder Laufen oder beides als Mixstrom. Die Elektra sieht dies wortspielerisch als "bäumige Zeiten" und verschenkt pro Gemeinde pro 20'000 Franken "Rainbow Power"-Umsatz einen Baum. Ein Baumgärtchen wurde durch die Rainbow Power-Bezüge dieser Gemeinden möglich, lobte Andreas Tschopp als Verantwortlicher: Allschwil, Arlesheim, Binningen, Bottmingen, Dornach, Münchenstein, Muttenz, Oberwil, Reinach und Therwil - die Gemeindepräsidentinnen und Präsidenten nahmen am Anlass ihre Schenkungsurkunden entgegen. Regierungsrätin Elsbeth Schneider, die den Anlass kommentierte, freute sich auf eine "Ökostrom-Allee".

Als Qualitätssiegel für Ökostrom setzt die Elektra Birseck auf die deutschen Tüv-Organisationen (von Technischem Überwachungsverein). Mit dem Tüv Zertifikat für Erneuerbare Energien wird von dritter Seite sichergestellt, dass der Birsecker Grünstromhandel rechtens abgewickelt wird. EBM-Direktor Hans Büttiker erhielt das Zertifikat am Samstag im Original ausgehändigt.

Sonnige Elektra Baselland

Die Oberbaselbieter Elektra Baselland präsentierte ihren Kunden rund um Sissach das Solarwerk "Unterwerk". Es ist eine Anlage der Aktion "Sonnenstrom für alle", mit der die Kunden Solarstrom zu Gestehungskosten kaufen können. Die EBL unterhält sechs Anlagen, die durchschnittlich für 333 Kunden Strom lieferten. Wie die EBM verschärfte die EBL ihr Profil durch Ökostromangebote. Sie heissen "Solarstrom" und "Rheinstrom". Die Aktion war Teil des von "Energie Schweiz" aufgelegten Aktions- und Werbeprogramms "Natürlich! Strom aus erneuerbaren Quellen".

 

Antwort Initiativkomitee Baselbieter Energieinitiativen 

24.10.01 Leistungsziele für Solarstrom sind unerlässlich für die Energiewendepolitik, fordert das Komitee der Baselbieter Energieinitiativen (Solar- und Faktor 4-Initiativen). Damit spielt das Komitee auf derzeit "in der Dunkelkammer diskutierte" Förderprogramme des Kantons an, die den Volksbegehren (von mittlerweile 1997) mutmasslich als Gegenvorschlag gegenübergestellt werden sollen. Für das Komitee sind die Schritte der Regierungsrätin "überfällig und seit Jahren gefordert". Ungewöhnlich deutlich fordert das Intiativkomitee von Regierungsrätin Elsbeth Schneider (und verneint damit jeden Verwässerungsversuch seiner energiepolitische Ziele zum vorneherhein): "Eine Feigenblattversion mit einem Zubauziel von weniger als einem Megawatt und keiner kostendeckenden Vergütung (für Solarstrom d. Red.) wird nicht zum Rückzug der Volksinitiative führen". top  

Ankündigung Regierungsrätin Schneider weiter  

Unklarer Kurs von Regierungsrätin im Fall Kraftwerk Birsfelden weiter  

Regierungsrätin Schneider markiert Abstand zu Solarstrom weiter

 

Solarkultur-Rekord

 

Arisdorf. Seit 1991 erzeugt die Aerni Fenster AG in ihrem Industriebetrieb drei Fünftel ihres Energieverbrauches ökoeffizient durch Solar- und Erdwärme, Solarstrom und Wirkungsgrad-Werttechnik (Blockheizkraftwerk, Fassaden-Solarzellen und -kollektoren). Dieses Zehnjahres-Bestresultat entspricht umgerechnet dem Jahresbedarf (Strom, Warmwasser, Heizung) von 500 Durchschnittshaushalten. Als beachtlich gilt der hohe Heizenergie-Deckungsgrad durch die im Dach erzeugte Solarwärme (ca. vier Fünftel), mit der dieses und ein benachbartes Fabrik- und Bürogebäude versorgt werden.

Zudem durchlief der Betrieb als Schweizer Fensterpionier eine knallharte Kontroverse um die PVC-Gefahren. Heute steht fest: Sachgerechte Behandlung vorausgesetzt, sind PVC-Fenster in der Öko-Bilanz gleichwertig wie Holz- oder Metallfenster; dies zeigte zuletzt eine Empa-Studie. Gerade weil sie der Öko-Kontroverse ausgesetzt waren, fühlte sich Geschäftsführer René Falconnier als Ökoeffizienz-Anhänger besonders herausgefordert - auch gegen Häme. "Wir waren von Anfang an überzeugt, mit unseren Fenstern etwas Gutes zu tun. Dichte, unterhaltsarme Fenster entlasten Umwelt und Menschen", sagt Falconnier.

Im Umfeld der ersten, damals ein sensationelles Presseecho erzeugenden Tour de Sol entstand die Idee für eine Fabrik, die mit Solarenergie und Wärmekraftkopplung versorgt wird. Während der Entwurfsarbeit geriet das Projekt immer ambitiöser: Von einer Million Franken kletterten die Kosten auf 3,6 Millionen, wovon 1,4 Millionen von Bund und Kanton als Anerkennungssubvention beigesteuert wurden. Falconnier: "Trotz einiger Häme haben wir täglich Freude an unserem Projekt - mit dem ISO-14001-Zertifikat ist es sogar offiziell besiegelt."

Tatsächlich zeigt die Ökoeffizienz-Philosophie der Aerni Fenster AG bereits einen "Glaubwürdigkeits-Transfer" an: So bestellen - im Gegensatz zum Durchschnitt übriger Lieferanten - überdurchschnittlich viele Fensterrenovierer und Bauherren bei den Baselbietern von vornherein hochwertiges Isolierglas. So profitiert das Unternehmen unmittelbar von seiner Ökoeffizienz-Geschäftspolitik, die einige Jahre vor dem offiziell verbreitetem Begriff "Sustainability" verwirklicht wurde. René Falconnier: "Wir haben bei den Fenstern Fortschritte durch neue Materialien, Öko-Stabilisatoren und Recyclingmassnahmen erzielt."

Der Baselbieter Industriebau der Aerni Fenster AG steht in einer Reihe von Meilensteinen der Solar-Energietechnik: Vor weniger als einem halben Jahrhundert wurde in den USA für Satelliten die konventionelle Solarzelle entwickelt. 1983 und 1984 nahmen in Kalifornien erste Solarkraftwerke ihren Betrieb auf. Schweizer Projektideen scheiterten zunächst an ihrer eigenen "Grossartigkeit".

Im Baselbiet wurde am Ökozentrum Langenbruck die Idee netzgekoppelter, dezentraler Anlagen entwickelt. 1988 entstand als erste grosse Schweizer Anlage in Liestal diejenige beim Fraumatt-Schulhaus. Bereits 1991 erfolgte die damals grösste private Industrie-Solaranlage (heute zweitgrösste) durch die Aerni Fenster AG. Stichworte wie Fassadenintegration, in Arisdorf erstmals durchgängig verwirklicht, gelten heute als Solar-Anwendungstechnik Nummer eins. Seither sanken die Kosten im Solarzellensegment um weitere zehn bis fünfzehn Prozent. top

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(8.7.01) Baselbiet hilft mit Sonne gegen Kosovo-Energiekrise

Mit Solarenergie-know-how hilft die Schweiz dem Kosovo gegen eine notorische Energiekrise. Als Solarpionier vermittelte das Ökozentrum sein Know-how einem albanisch-sprachigem Lehrgang. Dieser realisierte einen Solarboiler für das 446-Betten Regionalspital Gjakova.

 "Es fehlt am Know-how. Aber die Bedingungen für die Nutzung der Sonnenenergie sind hervorragend", sagt Bernd Sitzmann vom Ökozentrum in Langenbruck. Skender Nikoliqi, Geschäftsführer der "Albanischen Beratungsstelle" (Basel/Gjakova) ergänzt: "Wir lösten den Anstoss aus, mit Sonnenenergie zu Brot und Arbeit zu gelangen." Denn über die Hälfte der arbeitsfähigen Menschen sind ohne Job - Sonnenkollektoren geben Arbeitsplatzhoffnung. Nun gibt es einen albanischen Solar-Kurs, eine Solar-Werkstatt und eine erste, grosse Solaranlage im Regionalspital, die vorab unerlässliches Warmwasser für die Waschmaschinen spendet - für die Küche fehlt noch ein Warmwasser-Anschluss, wofür Spenden erbeten werden (s. Schluss).

Solarwärme statt umweltverschmutzendem Kohlestrom (wenn er überhaupt am Netz ist), Lohnarbeit, Wirtschaftsförderung, Hilfe zur Selbsthilfe im krisengeschüttelten Kosovo - das abgeschlossene "Ausbildungsprojekt thermische Solarenergie" ist die Frucht einer schweizerischen Graswurzel-Bewegung, die von den Menschen in Gjakova als Lichtblick wahrgenommen wurde. Viele halfen mit kleinen Beiträgen den Direktbeteiligten: die Kantone Basel-Stadt und Landschaft, das Herisauer Amt für Militär und Bevölkerungsschutz (bzw. der Appenzeller Verein für Direkthilfe in Oststaaten), der Energiecontractor SolarSpar (BS), die eidgenössische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie eine Innerschweizer Privatperson. Ökozentrum-Geschäftsführer René Duveen sagt: "Wenn im Süden Solarenerige angewendet wird, haben wir auch im Norden daran Anteil."

Die Idee einer breit-angelegte Einführung der Hilfe zur Energie-Selbsthilfe entstand vor einem Jahr im Baselbiet. Kriegsflüchtlingen boten das Ökozentrum, "Solarsupport" und die Beratungsstelle (mit Kantons- und Bundeshilfe) einen Lehrgang an. Wieso nicht auch vor Ort? Dank den vorbestehenden Kontakten von Sikender Nikoliqi schloss man sich mit der Technischen Mittelschule in Gjakova kurz.

Zuerst musste ein zehntägiger Kurs geschrieben und übersetzt werden. Die Werkzeuge und Materialien (möglichst günstig) waren aufzutreiben sowie Kollektorenglas. Damit wurde schliesslich eine Werkstatt in der Mittelschule eingerichtet. Am 10. Juni nahmen dreizehn Lehrer, drei Ingenieure sowie ein Architekt den Kursunterricht auf. Sitzmann erinnert sich: "Es ging langsam - mit Hilfe des Dolmetschers und den vorbereiteten Ausbildungsunterlagen gelang uns am Schluss der Erfolg."

Vormittags widmete sich der erste kosovarische Solarenergie-Kurs der Theorie. Nachmittags wurde praktisch gearbeitet. Zusätzlich beteiligt war Dino Tellenbach aus Rheinau, der sich mit der Solarenergienutzung der dortigen Region befasst. So war es ein Haupt-Ziel, als Begleitprodukt, Kollektoren für das Warmwasser des gleichenorts angesiedelten Regiospitals (446 Betten) zusammenzubauen. Nach zehn Tagen war das Projekt doppelt abgeschlossen: die siebzehn Beteiligten erhielten ihre Zertifikate und man konnte die erste regionale 60-Quadratmeter Anlage aufheizen, die 32'000-40'000 Kilowattstunden Warmwasser bringt - mehr als gedacht. Nun ist ein Zusatzanschluss an die Spitalküche geplant. Die Einweihung der Solaranlage fand mit Ortsbehörden statt, mit Spitzen der friedenssichernden Militär- und Zivilverwaltungen im Kosovo sowie den Beteiligten.

Solarenergie geniesst im Kosovo wenig Tradition - obwohl die Sonnenscheindauer im Vergleich zur Schweiz ein Drittel höher ist. Früher wurde Elektrizitätskonsum favorisiert - heute sind die betreffenden Kohlekraftwerke verschlissen und Stromausfälle die Regel. Bei einem Lehrermonatsgehalt von ca. 350 DM kostet eine Kilowattstunde rund 10-12 Pfennig - ein Luxus also. Deshalb bietet sich Solarenergie geradezu ideal an, vorallem weil auch Arbeitsstunden nötig sind - und die sind fast am meisten gesucht. Die Halb- und Zusatzbestandteile sind in der Region zu ortsüblichen Preisen erhältlich - was bisher fehlte, war die "mentale Bereitschaft zur Sonnenenergienutzung." Nun zeigt sich selbst der krisengebeutelte Regional-Energieversorger interessiert.

Spenden für einen Solar-Warmwasseranschluss für die Küche des Regionalspitals Gjakova (Stichwort Gjakova): www.oekozentrum.ch, 40-44-0 BL Kantonalbank, Konto: 16 9.100.253.54 Seitenanfang

 

Solaranlagen: Sparbuch mit Öko-Strombonus

13.6.01 Als Öko-Elektrizität abgebendes Kapitalinvestment präsentierte die SAG Solarstrom AG in Basel ihr neuestes Angebot "Solarprivat." Dies Angebotspaket umfasst erstmals Finanzierung, Behördenkram, Installation und Service aus einer Hand.

 "Solaranlagen sind renditeträchtige Kapitalanlagen." Mit diesen Worten lancierte die S.A.G Solarstrom AG (mit Sitz in Freiburg und Bern), gestern in Basel ihre Aktion "Solarprivat." Inklusive Finanzierungsvertrag mit Ratenzahlung (in vier Jahren), umfasst dies eine schlüsselfertige, fix-fertig verdrahtete, mit Service versehene "Start up"-Solaranlage (2 Kilowatt-Spitze). Als Clou streichen die Solar-Installateure heraus: sie bringe nach zwanzig Jahren einen Mindestzins von drei Prozent bzw. amortisiere sich nach zehn Jahren. "Solarprivat", das in Deutschland erfolgreich startete, gilt in der Schweiz zunächst mit Einschränkungen und trifft hauptsächlich auf den Kanton Basel-Stadt zu, der die gesetzlichen Voraussetzungen für Sonnenenergie-Förderung besonders gestaltete. Im Pressetext wird das Angebot auf den Einzugsbereich der Industriellen Werke Basel bzw. ihrer Solarstrombörse eingeschränkt. Solarstrom AG-Chef Harald Schützeichel ist optimistisch: "Mit unseren standardisierten Solaranlagen sind wir für ein breites Publikum interessant."

Als herausragend beschrieben wurde, dass die Interesenten lediglich ein Formularblatt zuhanden der "SAG" ausfüllen brauchen. Jede könne am Solar-Boom teilnehmen, die wolle, was bisher - und zuletzt - nur sehr engagierten Personen und Institutionen vorbehalten war. Daniel Sutter (SAG Bern) ist überzeugt, dass die Erfolgsformel "Standardisierung" lautet und beim interessierten Solarstrom-Clientel "ankommen" wird. Für unterschiedliche Bedürfnisse gibt es drei Kraftklassen: "Start up" (2 kW), "Classic" (4 kW) und "Business Class" (30 kW).

"Nachhaltigkeits"- und Sonnenpower-Spezialist Andreas Knörzer von der Bank Sarasin (Basel) begrüsste das "Solarprivat"-Angebot der "SAG" und sagte: "Bisher war Solarstrom mehr ‚energy for bastler', die sich intensiv und fachlich versiert darum kümmerten. Mit dem SAG-Angebot haben wir was wirklich Neues in der Schweiz." Tageslicht-Stromgeneratoren werden immer mehr als ernstzunehmende Investment-Möglichkeit wahrgenommen und - darüber hinaus - auch realisiert. Im Vergleich mit den Baukosten eines gehobenen Einfamilienhauses bedeutet so was dabei eine mehr oder minder vernachlässigbare Grösse - spendet aber dauernd Ökoenergie!

Basel spielt in der Solar-Energieliga - seit dem novellierten Energiegesetz - wieder eine Favoritenrolle. Dies unterstrich Daniel Grossenbacher von den Industriellen Werken Basel (IWB). Er ermutigte Interessenten, sich dem "Solarprivat"-Angebot anzuschliessen. Er sicherte die grösstmögliche Unterstützung durch die Solarbörse zu, die sich vertraglich zu einer zwanzigjährigen Abnahme des privat erzeugten Biostromes verpflichtet. Insgesamt hoffen die Verantwortlichen, den in der Schweiz in den letzten vier bis fünf Jahren erlahmten Privat-Sonnensektor durch eine gehörige Portion Überzeugungstrahlkraft aufzufrischen. Als Referenz in der Schweiz zieht die SAG die Coop  heran, die bereits mehrere grössere Investments erfolgreich unter Lichtfluss und Elektronenspannung hält. Brigitte Zogg von "Coop" betonte: "Solarstrom passt absolut zu unserer Öko-Profil und dem Naturaplan-Gedanken, wir bleiben dabei." Weitere Informationen unter: www.SolarstromAG.ch Seitenanfang 

 

im Zentrum des Sonnenstrom-Systems: Gugger-Sunne

7.6.01 Die Ettinger Genossenschaft Gugger-Sunne errichtete vor zehn Jahren die grösste Baselbieter Gemeinschafts-Solaranlage und ist dem Solar-Weltrekordhalter Burgdorf hart auf den Fersen.

Ettingen. Am vergangenen Freitag feierte die Solargenossenschaft ihr Jubiläum. 344'645 Solarstrom-Kilowattstunden erzeugte in zehn Jahren ihre Gemeinschafts-Solaranlage. Wenn irgendwann einmal das Projekt einer, sich in der Umwelt-Balance befindlichen 2000 Watt-Gesellschaft realisiert wäre, genügte dies jährliche Ergebnis für 40 Haushalte. So wie es heute läuft, genügt er nur 13 Durchschnitts-Haushalten. Die zehnjährige, gesamte Solarstrom-Ernte ist umgerechnet gut für 90 Haushalte ein Jahr lang. Beträchtlich ist die Umweltentlastung im Euro-Verbundstromnetz, in das die Schweiz eingebunden ist, da eine Solarwattstunde die Umweltimissionen aus der Elektrizitätsproduktion insgesamt fünffach vermindert.

Die Gugger-Sunne ist die grösste Solargenossenschaft der Nordwestschweiz. Sie hält - nach der kantonalen Autobahn-Anlage in Giebenach (104 Kilowatt) - die mit 57,8 kW zweitgrösste Baselbieter Solarkraftanlage. Dabei handelt es sich insgesamt um eine der grössten, gemeinnützig erbrachten Umweltschutzleistungen: abzüglich Subventionen, wurden bisher eine halbe Million Franken investiert. Statt Dividenden und Rückzahlungen aus den Verkaufserträgen zu entnehmen, wurden diese stets reinvestiert. Bereits geplant ist, weitere Gelder zu sammeln für die fünfte Ausbauetappe im Wert von mindestens 120'000 Franken.

Der Liestaler Solar-Installateur Heinrich Holinger lobte die Ettinger deshalb und den Initianten besonders: "Es sollte fünf oder zehn Hans Webers im Baselbiet geben." Weber ist seit Anfang an Präsident und auch der Initiant diesen Ökostrom-Vorhabens. Vor elf Jahren reichte er einen Antrag bei der Gemeinde ein, angeregt durch den schweizerischen Solarenergiepolitik-Vorstoss "Solar 91." Die Gemeinde stimmte zu. Mit der Gemeinde, privaten Anteilseignern und mit (damals noch) verfügbaren Kantonssubventionen wurde 1992 die erste Etappe verwirklicht. Bis heute wurden 765'000 Franken investiert. Hans Weber zeigte sich hochzufrieden. Er will sich weiterhin für die Energiewende einsetzen, die, Schmutz-Energien verabschiedet, den Rohstoffverschleiss beendet, und das Solarzeitalter einläutet.

Hervorzuheben ist der glückliche Zufall, dass der Unterbaselbieter Stromverteiler Elektra Birseck bereits 1991 eine sogenannte Solarbörse installierte, "Clearing" genannt. Weit vor den grossen Städten (Basel, Zürich, Bern), nahm das Baselbiet damit eine Pionier-Position ein. Die Elektra (EBM) vermittelte den überschüssig (nach Eigenverbrauch) erzeugten Strom und verteilte ihn weiter. So unterstützt jeder, der sich bei der EBM einen oder mehrere "Solar-Scheine" erwirbt, die blühende Sternenenergie-Szene. Ohne diese Aktion würde die Gugger-Sunne statt ca. 50'000 Franken jährlich nur etwa 8000 Franken einnehmen (die durch die Baselbieter Energiegesetzgebung garantiert sind, die, in diesem Punkt derjenigen anderer Kantone objektiv hinterherhinkt). Ohne EBM wäre der Erfolg der Gugger-Sunne undenkbar.

An der Jubiläumsversammlung am Freitag zeigte sich Hans Weber von den schlechten Energie-Abstimmungsresultaten des letzten Herbstes beeindruckt. Er bedauerte, dass selbst Ettingen ein zustimmendes Votum verweigerte und rätselte über die Gründe dafür. Unabhängig davon, geht die Gugger-Sunne ungestüm ins nächste Jahrzehnt. Die fünfte Ausbauetappe soll etwa elf Kilowatt umfassen und mindestens 120'000 Franken kosten, wie gesagt. Weitere Genossenschafts-Beiträge werden gesucht und sind teilweise schon zugesichert. Getestet werden sollen teilweise sogenannte Dünnschicht-Zellen, die sich von den bisherigen Solarzellen durch eine potentiell günstigere Herstellung auszeichnen. Diesem Typus wird daher eine grosse Zukunft vorhergesagt - die Gugger-Sunne möchte sich experimentell an dieser Entwicklung beteiligen. Seitenanfang internet

Eine Dekade Ettinger Solarstrom

Die Leimentaler - mit 13,23 Watt Solarstromanlage pro Einwohner - verfolgen den Weltrekordhalter Burgdorf (16,67 Watt/Einwohner)dicht, wenn die Solargenossenschaft Gugger-Sunne die weiteren, beschlossenen 11'000 Watt Solarzellen installiert (resultierend ca. 15,4 Watt/Einwohner).

Schweizweit liegt das Baselbiet mit 3,95 Watt/Einwohner an der Spitze (wobei von Zürich und Basel bald überrundet). Ansonsten beträgt der Schweizer Durchschnitt 1,82 Watt. Z.B. der japanische Wert liegt bei 1,18 Watt. Deutscher Spitzen-Solarstromer ist Gütersloh (7,6 Watt). US-Top ist die kalifornische Hauptstadt Sacramento (5,45 Watt). Quellen: Elektra Birseck und: Im Prinzip Sonne. 

Kontrast-Verlag, Zürich, 2000. Seitenanfang

Energiepolitik-Rekord

Frenkendorf. (23.6.01) Umgerechnet ein Drittel eines Jahres-Heizwärme-Energiebezuges der 2700 Haushalte wurde der Energieverschwendung durch Effizienz-Massnahmen entrissen. Dies ist die erstmals bekannt gewordene Bilanz von 20 Jahren Gemeinde-Energiepolitik und 30 Jahren Energiestatistik, die die Ortsumwelt um eben diese Schadstoffsumme entlastet - und noch etwas mehr (durch die erübrigten Beschaffungsmassnahmen). 

Dieses beeindruckende und kantonal "einsame" Resultat wurde anlässlich einer Aktion der "Fränkedörfer Sunne" vorgelegt. Genau genommen teilten Gemeinderat Ernst Jäggi und "Energiestatistiker" Urs Kiefer mit, in 20 Jahren eine Million Liter Heizöl eingespart zu haben. Was wiederum etwa einem rechnerischen Drittel eines Jahres-Energiebezuges der 2700 Haushalte (Heizwärme und Warmwasser) dieser Gemeinde entsprechen dürfte.

Wie gelangte Frenkendorf zu solchen Erfolgen bei der ansonsten von vielen Gemeinden links liegen gelassenen Energiepolitik? Schon vor dem Erdöl-Preisschock der 70er Jahre führte der Gemeinderat eine Verbrauchsstatistik ein. Nachdem Energie- und Umweltstress in den 80er Jahren nach Massnahmen verlangten, wurden die Einnahmen aus Energiekonzessionen konsequent für Heizwärme-technische Programme verwendet.

In seither genau 100 Sitzungen hat die fünfköpfige Energiesparkommission mit einem Aufwand von, umgerechnet, praktisch fünf Mannjahren zu einem praktischem Nulltarif (es ist mehr oder weniger ein Ehrenamt), die Gemeindebauten auf Sanierungsmassnahmen durchforstet. Isolationen, Solarwärme, Energiespar-Förderung, Nahwärmeverbunde sind geläufige Begriffe. Als weiteres Ziel steht die energietechnische Sanierung des Gebäudekomplexes "Wilder Mann" an.

Auch der Verein "Fränkedörfer Sunne" bemüht sich um wegweisende Energiepolitik, sagte Präsident Peter Schneider. Deshalb werden weiterhin Teilnehmer gesucht, die sich mit einem finanziellen Beitrag an der Gemeinschafts-Solarstrom-Anlage beteiligen. Solarstrom aus Tageslicht zählt zu den hochsymbolischen Energiepolitikmassnahmen, die in einigen Jahrzehnten die herkömmlichen Energierohstoffe Mineralöl und Kohle ersetzen könnten.

In seinem Gastreferat wies der Basler alt Regierungsrat Hansrudolf Striebel darauf hin, dass die Schweizer vier bis fünf "Energiesklaven" (der Energieverbrauch umgerechnet in die Leistungsfähigkeit einer menschlichen Arbeitskraft) für sich arbeiten liessen - ein Mensch in Lesotho hätte gerade den Fünftel eines "Energiesklaven" zur Verfügung. So werde auch klar, welche Belastung der Energieverbrauch für die Umwelt darstellt, wenn die ganze Welt so leben würde wie z. B. Schweizer oder Einwohner anderer Industrieländer. "Der Solarenergie gehört das Morgen", sagte Energie-Techniker Dominik Müller (Frenkendorf) und Hans Weber (Ettingen) präsentierte die Bestresultate der grössten Gemeinschafts-Solaranlage der Nordwestschweiz.

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